Foto: LaCanoa - Kanufahrer vor der Imperia in Konstanz

Imperia heißt die schwergewichtige, aber leichtbekleidete Dame, die sich an der Konstanzer Hafeneinfahrt dreht. 1993 hat der Künstler Peter Lenk die anfangs umstrittene „stadtbildprägende Dirne“ geschaffen, ihren Namen verdankt sie einer Erzählung Honoré de Balzacs über das Konstanzer Konzil, das einzige Konzil auf heute deutschem Boden.

Imperia steht für alle Huren, die während des Konzils hier gearbeitet haben. In den Handflächen der üppigen Schönheit sitzen zwei nackte Gnome: König Sigmund und Papst Martin V.

Sigmund hat 1413 mit Gegenpapst Johannes XXIII. ein Unionskonzil ausgerufen, das in der Reichsstadt Konstanz stattfinden soll. Ab 1414 kommen Delegierte aus dem gesamten Abendland: Patriarchen, Kardinäle, Erzbischöfe, geistliche Fürsten, jeweils mit Gefolge, dazu kommen Anwälte, Sekretäre, Doctores sowie Priester – aber auch 3.000 Huren: 72.000 Fremde sollen sich in Konstanz aufgehalten haben. Bald leiden die 8.000 Einwohner unter der Teuerung, eröffnen aber auch neue Gasthäuser. Der Minnesänger Oswald von Wolkenstein reimt später: „Denk ich an den Bodensee, tut mir gleich der Beutel weh!“

Das im Konstanzer Münster tagende Konzil will die Kirche an „Haupt und Gliedern“ reformieren, die abendländische Kirchenspaltung beenden und strittige Glaubensfragen lösen. Deshalb wird auch der gebannte Reformator Jan Hus zum Konzil eingeladen. König Sigmund sichert ihm freies Geleit zu, also reist Hus nach Konstanz, wo Johannes XXIII. die Exkommunikation aufhebt. Doch wenige Wochen später wird er unter einem Vorwand festgenommen, angeklagt und als Ketzer verurteilt. Vor den Augen König Sigmunds verfluchen ihn die Bischöfe, reißen seine Weihegradabzeichen ab und verbrennen ihn im Juli 1415 auf dem Scheiterhaufen.

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Dasselbe Schicksal widerfährt Hieronymus von Prag. Jetzt hat die Kirche noch die drei rivalisierenden Päpste: Gregor XII. in Rom und die Gegenpäpste Johannes XXIII. in Pisa und Benedikt XIII. in Avignon. Johannes XXIII. flieht im März 1415 nach Schaffhausen, das Konzil droht zu scheitern. Sigmund rettet die Situation, indem er durch die Stadt reitet und alle Konzilsteilnehmer zum Bleiben aufruft. Johannes wird festgenommen und abgesetzt, Gregor tritt zurück und im Juli 1417 wird Benedikt abgesetzt. Danach findet im Konzilsgebäude am Hafen die Wahl statt, die dem abendländischen Christentum wieder einen einzigen Papst beschert: Otto von Colonna, genannt Martin V. Sigmund, der mit Königin Barbara und Gefolge in Konstanz jahrelang gelebt hat, prellt den größten Teil der Zeche und verspricht beim Abreisen, alles bald zu bezahlen...

Zurück zur skandalumwitterten Imperia: Hier beginnt unser Rundgang durch Konstanz, die heimliche Bodenseehauptstadt mit ihrer Universität und Fachhochschule. Die unzerstörte Altstadt ist dem Umstand zu verdanken, dass Konstanz sich in den Kriegen bei der Verdunklung den schweizerischen Nachbarorten angepasst hat.

Foto: Tourist Information Konstanz – Bahnhof und Hafengelände

Entlang der Hafenmole und den Schiffen gelangt man zum Sea Life Konstanz und zum Bodensee-Naturmuseum. Im Naturmuseum wird die Entwicklung des Sees skizziert, es werden ausgestopfte Tiere und eiszeitliche Fossile gezeigt. Im Sea Life Konstanz kann man lebendige Fische, Krebse, Rochen und im Mittelmeertunnel Haie und Muränen fast hautnah bewundern. In rund 30 Aquarien werden 3.000 einheimische Süß- und Salzwasserfische und der Verlauf des Rheins von den Alpen bis zur Nordsee gezeigt. Mal wandert man durch eine Eishöhle, mal durchquert man ein gesunkenes Wrack.

Die Unterführung neben dem „Konzil“ führt auf die Marktstätte, die im frühen Mittelalter noch Bodensee war. Auf dem Platz mit seinen Cafés und Altstadthäusern herrscht schon im Frühjahr mediterranes Flair, da ab dem ersten Sonnenstrahl Tische, Stühle und Palmen nach draußen gestellt werden.

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Hinter dem Kaiserbrunnen in der Rosgartenstraße ist im ehemaligen Zunfthaus das Rosgartenmuseum untergebracht, ein Museum für Kunst, Kultur und Geschichte der Region. Die Sammlung enthält auch die bedeutende „Chronik des Ulrich Richental“ über das Konstanzer Konzil.

Am Ende der Rosgartenstraße steht die Dreifaltigkeits- oder Augustinerkirche, rechts geht die Neugasse ab. Hinter ihr verlief Ende des 13. Jh. die Stadtmauer, wovon noch der südliche Stadttorturm, das Schnetztor, übrig geblieben ist. Nahe dem Schnetztor steht das Hus-Haus, das ­Interessierten mehr über den Reformator Jan Hus verrät.

Am anderen Ende der Hussenstraße liegt der Obermarkt, der im 12. Jh. durch einen Laubengang mit der Marktstätte verbunden war. Hier lohnt ein Abstecher nach rechts in die Kanzleistraße zum Konstanzer Rathaus mit Innenhöfen im florentinischen Renaissancestil. Die Fassade ist mit Motiven aus der Stadtgeschichte bemalt.

In der Malhaus-Apotheke am Obermarkt wird seit über 600 Jahren Medizin verkauft. Weiter geht es in die Wessenbergstraße bis zur Münzgasse. Auch hier lohnen sich Abstecher: Links ist der Stephansplatz und auf der „Laube“ trifft man am Konstanzer Triumphbogen auf Brunnenfiguren von Peter Lenk.

In der Hohenhausgasse steht das Haus „Zum Goldenen Löwen“, ein Wohnturm, der 1580 mit Ornamenten und Bildern verziert worden ist. Geht man auf der Wessenbergstraße weiter, gelangt man auf den Münster­platz. Das Münster „Unserer Lieben Frau“ hat schon einige ­Erdbeben und Brände überstanden und ist eine Mischung aus verschiedenen Baustilen: vom neugotischen Münsterturm über die romanischen Monolithsäulen im Mittelschiff, das spätgotische Chorgestühl aus ­Eichenholz bis zum romanischen Hochaltar. Mehr erfährt man bei speziellen Münsterführungen.

Die Niederburg zwischen Münster und Rhein ist das älteste Stadtviertel mit Weinstuben, kleinen Geschäften und schiefen Fachwerkhäusern. Im Kloster Zoffingen leben und arbeiten seit 1257 Dominikanerinnen.

Zwischen Theater- und Gymnasiumsgasse erwartet die Gäste ein weiterer Superlativ: Das Stadttheater im ehemaligen Jesuitenkolleg ist die älteste noch bespielte Bühne Deutschlands. Die Jesuiten führten hier schon vor 400 Jahren zu Lehrzwecken Theaterstücke auf. Gegenüber dem Theater-Vordereingang liegt das ehemalige Dominikanerkloster auf der Insel, heute Inselhotel. Dort war der Reformator Jan Hus eine Zeitlang eingekerkert und 1838 kam auf der Insel Ferdinand Graf von Zeppelin zur Welt.

Foto: Steigenberger Inselhotel – Hier kam Ferdinand Graf von Zeppelin zur Welt

Am Inselhotel links vorbei geht es zur alten Rheinbrücke. Das spätmittelalterliche Bauensemble links ist die Spitalkellerei. Entlang dem Rheinufer stehen zwei Türme, Überreste der mittelalterlichen Stadtbefestigung, die in ihrer größten Ausdehnung die Stadt Konstanz mit rund 25 Toren und Türmen beschützt. Der erste Turm ist der Rheintorturm, weiter rheinabwärts steht der Pulver- oder Ziegelturm, in dem im 15. Jh. jüdische Männer fast fünf Jahre lang gefangen gehalten wurden. Die jüdischen Frauen waren in der „alten Katz“ eingekerkert. Nach ihrer Freilassung 1448 verließen sie die Stadt, in der sie Jahrhunderte lang diskriminiert worden waren. Das war das Ende der Geschichte der mittelalterlichen Konstanzer Judengemeinde. Heute gibt es wieder eine jüdische Gemeinde in der Stadt.

Am Ende der Rheinbrücke, am Sternenplatz sind Stadtarchiv, Polizei und das Archäologische Landesmuseum im ehemaligen Petershauser Kloster untergebracht.

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Auf der Seestraße kann man unter Platanen flanieren und bei Föhn die imposante Alpenkette bewundern. Hier steht das Casino und am Ende der Seestraße beginnt der Seeuferweg, der an der Schmugglerbucht vorbei zum Jakobsbad und zum „Hörnle“, dem großen, kostenlosen Freibad am Konstanzer Horn, führt. Von dort kann man per Bus oder im Sommer mit dem Schiff wieder zurück in die Stadt fahren. (so)