Foto: Das Hopfengut No20 vereint Hopfenanbau, Brauerei, Museum, Laden und Gaststätte unter einem Dach.

Nicht in der Holledau in Niederbayern, Deutschlands größtem Hopfenanbaugebiet, sondern in Tettnang-Siggenweiler befindet sich seit 1995 das erste deutsche Hopfenmuseum mit über 2000 qm Ausstellungsfläche in drei historischen Gebäuden.

Die Anschrift "Hopfengut No20" steht gleichsam als Marke für ein Gesamtkonzept, das Hopfenanbau, Brauerei, Museum, Laden und Gaststätte unter einem Dach vereint. Hier produziert Familie Locher bereits in vierter Generation feinsten Aromahopfen für nationale und internationale Brauereien, braut besondere Bierspezialitäten, die auf dem Hofgut verkostet oder eingekauft werden können und führt interessierte Besucher auf eine spannende Reise durch die Welt des Hopfens. Einstigen Methoden und Techniken des Hopfenanbaus sind in lebensgroßen Szenen mit Puppen nachgestellt und verdeutlichen den Kontrast zum modernen Herstellungsprozess.

Auf Hopfenbrockerhockern sitzend, wird der Besucher ins Thema eingeführt. Ein Modell illustriert die aufwändige Drahtgerüstanlage eines Hopfengartens. Zwei Meter hohe Jute-Hopfenballen säumen den Weg ins nächste Stockwerk, wo bei einem „Gang durch das Hopfenjahr – gestern und heute” alles zu finden ist, was zum Hopfenanbau gehört: ein schmales Beet mit Hopfenpflanzen, Stangen, Werkzeuge zum Hopfenschneiden, Einrichtungen zum Drahtaufhängen, Dokumente zur Düngung und zum Pflanzenschutz, alte Hopfenspritzen, historische Hopfentrocknungsanlagen. Ein Güllekarren mit Schapfe steht für die Düngung von gestern, ein Pferdegespann mit Pflug für die Bodenbearbeitung. Auch Bilder illustrieren die mühsamen Arbeitsvorgänge.

Nachgestellte Szenen veranschaulichen, wie die Pflücker um 1950 den Hopfen brockten, in welch engen Kammern sie schliefen. An die 7000 Wanderarbeiter, meist Frauen, kamen alljährlich aus Oberschwaben, dem Allgäu, von der Alb und dem Schwarzwald und aus Vorarlberg zum Hopfenpflücken nach Tettnang. Auf dem Locherschen Hof wurden zur Erntezeit 250 Personen untergebracht und verpflegt. 1956 sind in Tettnang die ersten drei Pflückmaschinen eingesetzt worden, zehn Jahre später war die Zeit der Handpflücker endgültig zu Ende. Eine Pflückmaschine ersetzte jetzt etwa vierhundert Hopfenpflücker.

In einer Führung erfährt der Besucher auch einige unterhaltsame Geschichten aus der wilden Handerntezeit in den 50er Jahren. Viele interaktive Stationen zum Mitmachen, Fragen und Tüfteln machen das Hopfengut N°20 vor allem für Familien mit Kindern zum tollen Erlebnis.

Foto: Hopfengut No20 – Einen beeindruckenden Blick auf die faszinierende Hopfenpflanze erwartet die Besucher auf dem neuen „Hopfenguck“, ein 6 Meter hoher Steg, in den Hopfengarten.

Foto:: Hopfengut No20 – Einen beeindruckenden Blick auf die faszinierende Hopfenpflanze erwartet die Besucher auf dem neuen „Hopfenguck“, ein 6 Meter hoher Steg, in den Hopfengarten.

Ende August bis Ende September haben die Besucher zudem die Chance, sich eine Hopfenernte live anzusehen. In diesem Zeitraum erlebt man auf dem Hopfengut ein einmaliges Spektakel aus moderner Agrartechnik und schweißtreibender Handarbeit aus nächster Nähe. Außerhalb dieser Zeit wird die Ernte über eine große Videoleinwand eindrucksvoll in Szene gesetzt.

Für Bierliebhaber besonders spannend sind die Hopfengut Führungen mit anschließender Bierverkostung oder eine "Bierkulinarische Führung". Dabei verkosten die Besucher mit einem Biersommelier feine Bierspezialitäten kombiniert mit regionalen Köstlichkeiten aus der Hopfengut Küche. Wer den Hopfen in freier Natur erleben will, den führt der ausgeschilderte Hopfenpfad „Vom Bauer zum Brauer” durch ausgedehnte Hopfengärten und Obstanlagen hinunter zur Kronen-Brauerei am Bärenplatz.