Foto: M. Bichler – Fischernetze

Der drittgrößte Binnensee Mitteleuropas liegt im Vierländereck Deutschland-Österreich-Schweiz-Liechtenstein, in einer der abwechslungsreichsten Kulturlandschaften dieses Kontinents. Bei starkem Föhn erscheinen die Alpen vom nördlichen Ufer aus zum Greifen nah, fast meint man, bis nach Italien schauen zu können.

Manchmal glitzert das Wasser so harmlos in der Sonne, dass man sich kaum vorstellen kann, wie die Herbststürme große Wellen über den See peitschen. Und wenn es diesig ist, wirkt der See unendlich, wie ein geheimnisvolles Nebelmeer. Hinter der Bergkette zaubern Sonnenuntergänge intensive Farbvariationen an den Himmel und würde man sie malen, könnte man leicht unter Kitschverdacht geraten.

Der See ist Lebensraum für bedrohte Tierarten, Tummelplatz für Wassersportler, Lebensgrundlage der Fischer und mit einem Wasservolumen von rund 50 Milliarden Kubikmetern der zweitgrößte Trinkwasserspeicher nördlich der Alpen, nach dem Genfer See. Jedes Jahr fließen ca. 11 Milliarden Kubikmeter Wasser über den Altrhein und kleinere Flüsse durch den Bodensee, verlassen ihn in Konstanz, überwinden den Rheinfall in Schaffhausen und erreichen in Rotterdam die Nordsee.

Jährlich pumpen die Wasserwerke mehr als 220 Millionen Kubikmeter Trinkwasser aus dem See in die Wasserrohre von 4,5 Millionen Menschen. Zugleich ist der See mit seinen Uferzonen, Schilfgürteln und Naturschutzgebieten ein international bedeutsamer Lebensraum für seltene und bedrohte Tiere und Pflanzen. Die Naturschutzgebiete wie beispielsweise im Eriskircher oder Wollmatinger Ried können abseits der ausgewiesenen Wege nur mit professioneller Begleitung besucht werden, zum Beispiel auch auf der Solarfähre „Helio“, die im Wollmatinger Ried als „Schwimmendes Klassenzimmer“ genutzt wird.

Hier folgt ein Tipp!

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Der See und seine Umgebung sind nur begrenzt belastbar und müssen einem stetig wachsenden Siedlungsdruck standhalten. Nährstoffeintrag, Verschmutzung und Schlagzeilen über den sterbenden Bodensee hatten in den 1960er und 70er Jahren nicht nur die Anrainer alamiert. Nach internationalen Bemühungen zur Reinhaltung ist die Wasserqualität nun wieder ausgezeichnet. Heute ist der Bodensee eine ökologische Modellregion, die sich dem „sanften Tourismus“ verschrieben hat. Die Region bietet Ökocampingplätze, Fahrradverleih, Bauernmärkte mit regionalen Produkten sowie kombinierte Angebote für Nahverkehr und touristische Highlights. Da der See unseren Schutz braucht, machen Sie es nicht wie der Tourist, der auf einem Schiff stehend ausrief: „Ist das schön hier“, und anschließend seine Zigarette in den See schnippte... (so)