Tour-Info
Route: 
Ludwigshafen, Bodman, Liggeringen, Möggingen, Stahringen, Steißlingen, Orsingen, Nenzingen, Stockach, Ludwigshafen
Tourlänge: 
ca. 30 km
Ausgangspunkt: 
Bahnhof Ludwigshafen, Parkplätze
Tourcharakteristik: 
In einem großen Bogen durch die abwechslungsreichen Landschaften, die den Überlinger See im Westen umgeben;eine stärkere Steigung, einige leichte bis mittlere, überwiegend auf kleinen Landstraßen, zum Teil mit Radwegen.
Tourklassifizierung
Schwierigkeit: 
3
Kindertauglichkeit: 
3
Attraktionen: 
2
Landschaft: 
4

Die Gemeinde Bodman-Ludwigshafen (4500 Einw.) ist als Produkt der Kommunalreform der 70er Jahre eines der zahlreichen Beispiele, wie gegensätzliche Dörfer oder Städte zusammengefasst wurden: Bodman etwas im Schatten des Bodanrücks (zumindest im Winter) – Ludwigshafen an einem sonnigen Südhang mit Blick über den See. Bodman als eine der ältesten Siedlungen im Bodenseeraum, die dem See sogar den Namen gegeben hat – Ludwigshafen auch schon im Mittelalter gegründet (als ­Sernatingen), aber erst 1826 nach dem badischen Großherzog Ludwig auf den heutigen Namen getauft. Für beide Ortsteile spielen aber gleicher­maßen der Obstbau und die Feriengäste wirtschaftlich eine große Rolle.

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Wir verlassen Ludwigshafen auf dem Radweg entlang der Bundesstraße und fahren nach dem Ende des Überlinger Sees noch etwa einen Kilometer Richtung Espasingen, bis zur Abzweigung nach Bodman. Jetzt geht es auf der Landstraße durch die weite Ebene der Stockacher Aach, die wir nach der Kläranlage überqueren. Das Gebiet zwischen der Straße und dem See steht vollständig unter Naturschutz, und wer dieses näher kennenlernen will, kann sich bei nächster Gelegenheit einen Spaziergang auf dem Uferweg vornehmen. Wir fahren in den Ort Bodman hinein, der wie in einer Sackgasse liegt, denn der Weg von hier am Südufer des Überlinger Sees entlang ist nicht einmal für Fahrräder passierbar.

Bodman ist gerade durch seine etwas abgeschiedene Lage eines der schönsten Dörfer am See. Seit der Steinzeit siedelten hier die Fischer der Vorzeit, die Kelten und Römer, Alamannen und Franken. Die Merowinger errichteten einen Königshof (8. Jh.), bald darauf die Karolinger die Kaiserpfalz Potama (9.Jh.) , nach der dann der See Lacus Potamicus genannt wurde, also „Bodman-See“. Der gotische Turm der Pfarrkirche steht auf Fundamenten aus dieser Zeit. Das Schloss wird noch von den Grafen Bodman (seit dem 13. Jh. die Herren des Ortes) bewohnt, aber den Park mit den alten Riesenkoniferen kann man besichtigen. Bodman ist der Ausgangspunkt für schöne Spaziergänge und Wanderungen, z.B. zur Ruine Alt-Bodman (14. Jh.), zum Schloss Frauenberg (16. Jh.) und ins Echo-Tal.

Die Fahrt von Bodman nach Liggeringen auf dem Bodanrück erscheint als ein kleiner Kraftakt, denn nach der Abzweigung beim Dettelbach sind über 100 Höhenmeter zu überwinden, aber verteilt auf fast zwei Kilometer. Außerdem spielt sich der ganze Aufstieg im Wald ab, so dass wir ständig im Schatten sind. Beim Waldrand beginnt die Ebene, wer hier noch nicht genug vom Aufstieg hat, kann noch einen Abstecher zum Hofgut Bodenwald „draufsetzen“ (noch 1,5 km und 120 Höhenmeter). Nach einer kurzen Fahrt zwischen Feldern und Streuobstwiesen erreichen wir Liggeringen (540 m), wo wir rechts gleich nach Möggingen abbiegen könnten. Aber um noch mehr von der Landschaft des Bodanrücks mitzubekommen, fahren wir Richtung Langenrain, am Ortsende rechts und auf einem Teersträßchen durch den Wald, an einem Wanderparkplatz vorbei und leicht abwärts zum Hirtenhof. Von hier folgen wir dem Untersee-Radweg, weiter auf dem Sträßchen am Dürrenhof vorbei, oberhalb des Mindelsees (siehe Tour "Über den Bodanrück") entlang nach Möggingen (425 m).

Weil Möggingen für Radolfzell der Ausgangspunkt für Exkursionen zum Mindelsee ist, wurde hier das Naturschutzzentrum des BUND eingerichtet, in dem man sich über die Ökologie der Region und des Naturschutzgebiets informieren kann. In dem etwas außerhalb gelegenen Schloss Möggingen (um 1100), hat eine bedeutende Vogelwarte ihren Sitz. Das mitsamt den Wassergräben gut erhaltene Wasserschloss ist nicht zu besichtigen, aber die ganze von alten Bäumen umgebene Anlage mit den dort lebenden Stockenten, Wildgänsen und Störchen ist ein Biotop mit einem märchenhaften Flair.

Von Möggingen fahren wir am Schloss vorbei nach Güttingen (450 m), wo wir schon am Kreisel links in Richtung Stahringen abbiegen. Die Buchenseen jenseits der B 34 bieten im Sommer eine schöne Gelegenheit für eine Badepause. Nach den Seen biegen wir von dem Radweg nach Stahringen links ab und fahren auf einer schmalen, links von kleinen Bäumen gesäumten geraden Straße nach Westen, überqueren die Bahnlinie und folgen dem Schild Richtung Steißlingen. In dem breiten Tal ist links ein Modellflugplatz zu sehen, danach rechts ein Bauernhof, den ein Holzschild als „Freistaat Haldenkletten“ ausweist. Eine kurze Steigung bringt uns auf die Ebene, auf der wir bald Steißlingen (465 m) erreichen. Am westlichen Ortsrand befindet sich auch hier ein Badesee mit Freibad.

Von Steißlingen folgen wir den Fahrrad-Wegweisern nach Langenstein und fahren so durch den Ortsteil Wiechs (470 m), am Golfplatz vorbei und überqueren die Autobahn. In dem Mischwald überschreiten wir kurz die 500-Meter-Linie, bevor es mit einer langen Abfahrt in ein Tal hinuntergeht, in dem die Straße den nächsten Golfplatz durchquert. Dieser gehört zum Schloss Langenstein (1570-1605), das auf der anderen Seite des Tals auf einem Hügel steht und wegen seines Fasnachtsmuseums auch einen Besuch wert ist.

Im Tal unterhalb des Schlosses biegen wir rechts ab und können uns nach 100 Metern gleich über die Entstehung des von Kalkfelsen begrenzten Tals informieren: Eine Tafel erklärt, wie das „Langensteiner Durchbruchstal“ durch einen Schmelzwasserstrom der letzten Eiszeit gebildet worden ist. Die Pause ist praktisch, denn danach geht es kurz steil etwa 40 Meter an der Ostseite des Tals hoch. Beim Stockfelderhof (490 m) ist die kleine Wasserscheide zwischen der Radolfzeller Aach und der Stockacher Aach. Die Anhöhe bietet uns einen weiten Blick über den östlichen Hegau und verspricht eine schöne Abfahrt – was sie auch hält, nur in der Kurve sollte man auf Gegenverkehr achten.

Auf einer Brücke überqueren wir die Landstraße von Steißlingen und kommen nach Orsingen (450 m), wo am Ortseingang die Querstraße „Römereck“ auf den römischen Gutshof hinweist, der Mitte des 19. Jahrhunderts am westlichen Ortsrand gefunden wurde. Im Ortszentrum fahren wir beim Landgasthaus Kreuz links Richtung Nenzingen. Diesen anderen Ortsteil der Doppelgemeinde erreichen wir auf der Kreisstraße durch den Wald, am Sportplatz vorbei, und durchqueren ihn Richtung Stockach (erste Abzweigung rechts, zweite rechts).

Hier folgt ein Tipp!

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Nenzingen liegt an der alten Bahnlinie Radolfzell-Mengen, die 1996 mit dem „Seehäsle“ bis Stockach für den Personenverkehr wieder in Betrieb genommen worden ist. Am Ortsende überqueren wir die Bahnlinie, der Radweg verläuft dann zwischen Straße und Bahn durch das breite Tal der Stockacher Aach, in dem sich auch einige Industriebetriebe angesiedelt haben. Nach dem großen Aluminium-Umschmelzwerk kommen wir an den Kreisel am Stadtrand von Stockach. Hier biegen wir rechts ab und nach der Brücke gleich wieder links auf einen ungeteerten Fahrweg, auf dem wir im Schatten am Waldrand entlangfahren.

Beim Wanderparkplatz haben wir die Möglichkeit, nach Stockach (siehe Tour "Am Nordufer zwischen Überlingen und Stockach") zu fahren, die Route geht aber weiter geradeaus, fast bis zur B 31 (seit 2003 führt hier auch ein neuer Radweg an der Straße entlang direkt nach Ludwigshafen), biegt dann rechts ab und unterquert die Autobahn. Am Rand des Hügels, der Stockach vom See trennt, geht es jetzt zurück nach Ludwigshafen. Zum ausgeschilderten Radweg bietet sich in der spitzen Kurve der Fahrstraße, auf die wir im Wald stoßen, eine aussichtsreiche Alternative: nicht links ins Tal, sondern rechts leicht ansteigend zum Forsthaus Spittelsberg (490 m). Der Aussichtspunkt ein paar Schritte weiter bietet einen uneingeschränkten Blick über das westliche Ende des Überlinger Sees und auf den Bodanrück. Auf der schmalen Straße geht es steil hinunter nach Ludwigshafen.