Tour-Info
Route: 
Überlingen, Sipplingen, Ludwigshafen, Stockach, Mahlspüren, Owingen, Überlingen
Tourlänge: 
45 km
Ausgangspunkt: 
Bahnhof Überlingen-Therme, Parkplätze am Bahnhof
Tourcharakteristik: 
Kontrastreiche Tour mit dem touristisch gut erschlossenen Nordufer des Überlinger Sees und den ländlichen Dörfern im idyllischen Hinterland; leichte bis mittlere Steigungen auf kurzen Strecken, auf guten Radwegen und kleinen Landstraßen.
Tourklassifizierung
Schwierigkeit: 
2
Kindertauglichkeit: 
4
Attraktionen: 
2
Landschaft: 
5

Überlingen (21 300 Einw.)wurde wegen seines südlichen Flairs schon im 19. Jahrhundert das „Klein-Nizza“ am Bodensee genannt. Damals wurden die großzügige Seepromenade und der Stadtgarten mit seinen subtropischen Pflanzen angelegt. Heute ist Überlingen ein gepflegter Kurort mit Spezialisierung auf Fastenkuren und dem 2003 eröffneten, nicht nur architektonisch bemerkenswerten Thermalbad „Bodensee-Therme“, außerdem ist die Stadt das einzige Kneipp-Heilbad in Baden-Württemberg.

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Die Freie Reichsstadt Überlingen, die schon 1397 die vollkommene Selbständigkeit erlangt hatte, war durch den Handel mit Getreide und den Weinbau zu Reichtum gekommen. Das Greth-Gebäude (15./18. Jh.) an der Schiffsanlegestelle war früher das Kornhaus und wird nach einem das Baudenkmal respektierenden Umbau seit 1997 vielfältig genutzt: Restaurant, Markthalle, Tourist-Information, Kino u.a. Auch die stattlichen Bürgerhäuser und das spätgotische St. Nikolaus-Münster – das größte gotische im Bodenseeraum – legen heute noch ein Zeugnis vom früheren Reichtum der Stadt ab. Im fünfschiffigen Münster (1350-1429) finden wir neben gotischem Chorgestühl zahlreiche Plastiken und Altäre aus verschiedenen Epochen. Von besonderem kunstgeschichtlichem Rang ist der zehn Meter hohe holzgeschnitzte Hochaltar (1613-16) der Brüder Zürn, eines der bedeutendsten plastischen Bildwerke der deutschen ­Renaissance.

Ein bemerkenswerter früher Renaissancebau, das 1486 vollendete Reichlin-von-Meldeggsche Haus, dient heute als Städtisches Museum. Schwerpunkt ist die Kultur der freien Reichsstadt und ihres Umlands: Malerei und Plastik von der Gotik bis zum Rokoko, eine Krippensammlung, komplett eingerichtete Wohn- und Schlafräume aus verschiedenen Zeiten. Der barocke Festsaal ist reich stuckiert von Johann Schmuzer (um 1695). Ein Anziehungspunkt sind auch die fünfzig Puppenstuben von der Renaissance bis zum Jugendstil (Sammlung Johanna Kunz). Als „Perle der Spätgotik“ gilt der Überlinger Rathaussaal (1490-94): In 41 geschnitzten Statuetten stellte Jacob Ruß die Stände des Heiligen Römischen Reiches dar.

Der erste Teil von Überlingen bis Ludwigshafen ist identisch mit dem Bodensee-Radweg, der aber normalerweise in der anderen Richtung befahren wird. Vom Bahnhof und der im Herbst 2003 fertiggestellten „Bodensee-Therme“ fahren wir auf der Bahnhofstraße nach Westen hin­aus. Beim Bahnübergang sind in den hellen Molassefelsen die Höhlen zu sehen, in die im Zweiten Weltkrieg ein Teil der Friedrichshafener Rüstungsproduktion verlagert wurde, was hunderten von Zwangsarbeitern das Leben kostete. Wo rechts der Radweg nach Hödingen hinauf abzweigt, sehen wir links der Bahnlinie die romanische Silvesterkapelle Goldbach, die bedeutende Wandfresken enthält (nur bei Führungen zu besichtigen). Wir fahren unterhalb der so genannten „Heidenhöhlen“ entlang, die schon in frühgeschichtlichen Zeiten als Wohnhöhlen in den weichen Fels gegraben worden sind (heute unzugänglich). Auf der folgenden Strecke gibt es jenseits der Bahnlinie schöne (inoffizielle) Badeplätze, vor allem vor Sipplingen, wo der Bodensee-Radweg am Hang entlang verläuft.

Das frühere Fischer- und Weinbauerndorf Sipplingen zieht sich in herrlicher Lage den Hang hinauf, umgeben von ausgedehnten Mischwäldern. Der Ferienort ist auch bekannt durch die Anlagen der Bodensee-Wasserversorgung auf dem Sipplinger Berg, die mit dem aus dem See gepumpten und oben aufbereiteten Bodenseewasser einen großen Teil Baden-Württembergs mit Trinkwasser versorgen. Auf dem Berg oberhalb von Sipplingen ist auch die Burgruine Hohenfels (12. Jh., 530 m), wo der bekannte Minnesänger Burkhard von Hohenfels lebte, und das Gasthaus Haldenhof (635 m). Wenn man sich die Zeit gut einteilt, kann man die Radtour in Sipplingen für diese kleine Wanderung unterbrechen (im oberen Teil auf einem informativen Geologischen Lehrpfad).

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Von Sipplingen nach Ludwigshafen fahren wir auf dem Anfang der 90er Jahre gebauten Radweg, der durch die aufwendige Anlage unter dem Steilhang als der teuerste Deutschlands gilt – wir wissen es zu schätzen und genießen die Landschaft. Ludwigshafen ist von Überlingen aus am Ende des Sees, aber für den badischen Großherzog Ludwig war es der Zugang zum Bodensee, so dass er hier 1826 einen Hafen bauen ließ.

In Ludwigshafen fahren wir links durch das Ortszentrum und biegen nach dem Friedhof rechts ab durch das Mühlbachtal Richtung Stockach. Im Wald ist ein steileres Stück, dann geht es angenehm am Waldrand auf gleicher Höhe weiter. Wir unterqueren die Autobahn und kommen durch das Tal der Stockacher Aach nach Stockach (470 m). Die Altstadt liegt auf einem Hügel etwa 30 Meter über dem Tal und kann südöstlich umfahren werden, aber sie ist nicht nur wegen des Blicks von der Kirche über die Umgebung den Aufstieg wert.

Die frühere Kreisstadt Stockach ist für das obere Donautal (Tuttlingen-Sigmaringen) das Tor zum Bodensee. In früheren Jahrhunderten lag sie am Kreuzungspunkt bedeutender Handelsstraßen und Postrouten (Wien-Paris, Ulm-Basel) und war im 19. Jahrhundert eine der wichtigsten Poststationen Badens, wovon heute noch das Bürgerhaus Adler-Post zeugt. Die Geschichte Stockachs ist in dem 2002 eröffneten Stadtmuseum im früheren Forstamt anschaulich erklärt.

Wir verlassen Stockach auf der mäßig befahrenen Winterspürer Straße, die in Richtung Pfullendorf und Owingen führt. Durch das Tal der Mahlspürer Aach fahren wir ab Stockach etwa zwölf Kilometer lang bergauf, aber die durchschnittliche Steigung beträgt bei einem Höhenunterschied von 60 Metern nur etwa 0,5 Prozent. Winterspüren (490 m) macht ebenso wie die folgenden Dörfer schon einen sehr ländlichen Eindruck. Kurz nach dem Ort Mahlspüren im Tal (510 m), nach dem die Aach in diesem Tal benannt ist, sehen wir links oben das Schloss Hohenfels. Das Tal verläuft jetzt in südöstlicher Richtung und ist deutlich erkennbar als ehemaliges Urstromtal in der Fließrichtung der Gletscher der letzten Eiszeit.

Wir fahren im Tal weiter und erreichen das Dorf Seelfingen (520 m), das immer noch zur Stadt Stockach gehört. Auch hier hat das Gasthaus Adler eine lange Geschichte als frühere Poststation an der Strecke von Überlingen nach Pfullendorf. Wer heute in diesen Dörfern in solchen Gasthäusern einkehrt, merkt schon bei der Speisekarte, dass der See „weit weg“ ist: Das Preisniveau ist ein anderes als in den Touristenorten – hier fällt der „Seezuschlag“ weg! Die Landstraße führt weiter sanft ansteigend das Tal hinauf, und wer aufmerksam an den Straßenrand schaut, findet auch den alten Grenzstein der Grafschaften Nellenburg (bei Stockach) und Heiligenberg. Nach Billafingen (530 m) erreicht die Straße schließlich auch eine topographische Grenze, denn hier nach dem Mädlerhof liegt mit 535 Metern der höchste Punkt der Straße. Nach diesem kaum wahrnehmbaren „Pass“ geht es ebenso sanft hinunter nach Owingen und Überlingen.

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Owingen (4100 Einw.) im Hinterland von Überlingen hat sich seit dem Zweiten Weltkrieg von einem bäuerlich-handwerklichen Dorf mit 670 Seelen zu einer modernen Gemeinde entwickelt. In Hohenbodman, dem höchstgelegenen der vier Ortsteile, kann man auf einen 30 Meter hohen Aussichtsturm steigen, der eine Sicht über den ganzen Bodensee bietet. Unterhalb davon ist der Aach-Tobel, ein bedeutendes Naturschutzgebiet.

In Owingen (530 m) können wir am Ortsanfang gleich rechts abbiegen in die Überlinger Straße, die vor dem Wald auf die Landstraße nach Überlingen trifft. Nach einem kurzen Stück entlang dieser verläuft die alte Überlinger Landstraße leicht ansteigend in südlicher Richtung. Beim Lugenhof (560 m) durchqueren wir das Gebiet des Owinger Golfplatzes – und haben den höchsten Punkt der Tour erreicht, was uns jetzt eine weite Sicht über den Überlinger See erlaubt.

Bei der vielbefahrenen Straße zwischen der Autobahn und der Überlinger Umgehungsstraße beginnt das Stadtgebiet von Überlingen, und die Straße heißt folglich jetzt Alte Owinger Straße. Mit einer schönen Abfahrt führt uns diese direkt ins Zentrum der Stadt Überlingen.