Tour-Info
Route: 
Konstanz, Allensbach, Markelfingen, Wallhausen, Mainau, Allmannsdorf
Tourlänge: 
46 km (49 km für Streckenvariante B)
Ausgangspunkt: 
Bahnhof Konstanz, Parkplätze im LAGO Center oder am Bahnhof Reichenau, Parkplätze am Bahnhof
Tourcharakteristik: 
Die Tour verbindet Untersee und Überlinger See durch die von den Gletschern der Eiszeit geschaffene Hügellandschaft des Bodanrücks; zwischen Markelfingen und Wallhausen hügelige Landschaft, sonst eben, überwiegend auf Radwegen und kleinen Landstraßen, teils gute Feld- und Waldwege.
Tourklassifizierung
Schwierigkeit: 
2
Kindertauglichkeit: 
4
Attraktionen: 
5
Landschaft: 
5

Konstanz ist mit seinen 80.000 Einwohnern die größte Stadt am See und fühlt sich als die heimliche Hauptstadt der Bodensee-Region. Im Mittelalter war die Stadt zwischen Ober- und Untersee eine der bedeutendsten Städte Süddeutschlands und ein wichtiges Zentrum für den Handel mit Italien. Durch das Konzil (1414 – 18) ist Konstanz und damit der „Konstanzer See“ (Lake Constance) auch im fremdsprachlichen Ausland bekannt geworden. Das kulturelle Zentrum der Region ist die Universitätsstadt auch heute, jetzt versucht sie, mit dem für die Lage südlich der Altstadt etwas groß geratenen Einkaufszentrum „LAGO Center“ auch eine wichtige Einkaufsstadt zu werden. Dabei ist die Schweiz, die schon südlich der Altstadt anfängt, das natürliche Hinterland, was man in den Straßen oft deutlich hört und sieht.

Es fehlt Ihnen doch (hoffentlich) noch etwas...?

Jedenfalls finden Sie bei uns eine große Auswahl an Zubehör wie Flickzeug und Ersatzteilen, aber auch Radbekleidung, Satteltaschen, das noch fehlende Fahrrad und vieles mehr...

Mit seinen schön gestalteten Plätzen, den vielen Straßencafés und den See- und Hafenpromenaden verbreitet Konstanz schon etwas südliches Flair – das Tessin und Mailand sind schließlich auch näher als Frankfurt. Und die Grenze zur Schweiz wird durch die vielen Kontakte und Kooperationsbeziehungen kaum wahrgenommen. (Kreuzlingen s. Radtour "Thurgauer Idyllen").

Die bedeutendsten historischen Baudenkmäler sind das Münster mit Elementen aus den letzten zehn Jahrhunderten, das als „Konzil“ bezeichnete Kauf- und Lagerhaus am Hafen (14. Jh.), das Rathaus mit seinem schönen Renaissance-Innenhof und weitere sehenswerte Kirchen und zahlreiche Bürgerhäuser von der Gotik bis zum Jugendstil. Aus dem 20. Jahrhundert sind einige Bauten im Bauhaus-Stil, die Universität und ein paar schöne Beispiele der transparenten Architektur der letzten Jahre sehenswert. Die Geschichte von Stadt und Region zeigen das Archäologische Landesmuseum, das Rosgarten-Museum und das Hus-Museum, die Natur im Wasser und auf dem Land zeigt das Bodensee-Naturmuseum (anschauliche Informationen über Natur, Ökologie und Landschaft) zwischen Hafen und Grenze, während das Sea Life Centre am Hafen in Aquarien und einem gläsernen Tiefseetunnel die Bewohner von Süß- und Salzwasser, von der Quelle bis in den Atlantik vorstellt.

Wir verlassen die Altstadt über die Fahrradbrücke und fahren auf der Reichenaustraße stadtauswärts durch das Industriegebiet, das auf der Strecke bis zur Autobahnbrücke zur Zeit im Umbruch ist: Hier entsteht auf den Flächen der ehemaligen Stoffdruckerei Herosé und der früheren Degussa am Seerhein ein neues Stadtviertel. Von der Kreuzung vor dem Flugplatz führt ein Radweg an der B33 entlang, wir biegen aber rechts ab zur Bahnlinie, fahren dann auf dem Radweg entlang bis zum Bahnhof Reichenau, dem eigentlichen Startpunkt der Tour. Hier ist das Naturschutzzentrum Wollmatinger Ried, das über die Ökologie dieses großen Riedgebiets informiert. Der anschaulich vermittelten Theorie folgt auf der Brücke über die Bahnlinie ein erster Überblick über das Riedgebiet, das sich zwischen Konstanz, Reichenau und Hegne erstreckt.

Das Wollmatinger Ried (7,67 qkm) steht schon seit 1930 unter Naturschutz und ist eines der bedeutendsten Vogelschutzgebiete Mitteleuropas, in dem bisher über 290 verschiedene Vogelarten gezählt wurden. Das Naturschutzzentrum veranstaltet Führungen durch das Ried, die vom „Vogelhäusle“ bei der Konstanzer Kläranlage ausgehen, außerdem gibt es Besucherplattformen bei der Ruine Schopflen und beim Strandbad Hegne, von denen aus auch zu bestimmten Terminen die Vogelwelt erklärt wird.

An der Bahnlinie entlang, ab Hegne neben der Straße, führt uns der Radweg nach Allensbach, wobei langsam die Insel Reichenau ins Blickfeld kommt. Der dazwischen liegende Gnadensee ist der flachste und damit der wärmste Teil des Bodensees, so dass man hier auch in der Vor- und Nachsaison angenehm baden kann.

Allensbach (ca. 6500 Einw.) ist vor allem bekannt durch das Institut für Demoskopie (Elisabeth Noelle-Neumann). In früheren Jahrhunderten war das Dorf der Fährhafen für die Insel Reichenau, bis zum 30-jährigen Krieg sogar als Stadt. Das Heimatmuseum bietet Einblicke in vier Jahrtausende Geschichte. Das Kultur- und Verkehrsamt (im Bahnhof) veranstaltet regelmäßig Konzerte und Kabarettabende.

Hotel St.Elisabeth – Gastlichkeit für Leib und Seele im Kloster Hegne!

Im Hotel St.Elisabeth verbindet sich der Geist einer traditionsreichen Klosterherberge mit dem Komfort, dem Service und der Gastlichkeit eines behaglichen Drei-Sterne-Superior Hotels…

Der Ortsteil Hegne wird von dem früheren Schloss der Konstanzer Bischöfe aus dem 16./19. Jahrhundert dominiert. 1892 erwarben die „Barmherzigen Schwestern vom heiligen Kreuz“ das Schloss Hegne und richteten darin ein Kloster ein. Im Laufe der Zeit  entstanden zahlreiche Bildungseinrichtungen, ein Altenpflegeheim und mit dem Hotel St. Elisabeth ein modernes Drei-Sterne-Haus nebst Restaurant und Café.

Am Ortsanfang von Allensbach biegen wir ab zum Strandbad, und fahren am See entlang durch den Ort, vorbei an zahlreichen Villen mit den begehrten Seegrundstücken. Zwischen Bahnlinie und Straße führt der Radweg weiter nach Markelfingen, dem von hier aus ersten Stadtteil von Radolfzell. Vor diesem Ort bietet das Naturfreundehaus (öffentliches Gasthaus) einen schönen Blick über den See auf die Halbinsel Mettnau, die ebenfalls ein unter Naturschutz stehendes Vogelparadies ist.

Der zweite, längere Teil der Tour führt in einem großen Bogen durch die von den Gletschern der Eiszeiten geformte Landschaft des Bodanrücks mit ihren Drumlins (längliche Hügel in der Fließrichtung der Gletscher) und feuchten Niederungen, am Überlinger See entlang und schließlich zurück an den Seerhein.

Bei der Ampel in Markelfingen biegen wir rechts ab, und bei der Abzweigung der Straße nach Kaltbrunn fahren wir weiter am Bach entlang Richtung Mindelsee. Nach dem Waldparkplatz geht es auf einem guten Waldweg weiter und am See entlang.

Der Mindelsee ist der größte See in der Nachbarschaft des Bodensees, den die Eiszeit in dieser Drumlin-Landschaft hinterlassen hat. Der ganze See und große Flächen um ihn herum stehen wegen des Reichtums der Landschaft an Vögeln und seltenen Pflanzen unter Naturschutz (4,6 qkm), Informationen darüber im Naturschutzzentrum in Möggingen. Wer sich weniger für die Details von Flora und Fauna interessiert, genießt einfach die Oasen der Ruhe und Stille, die man gerade hier am Südufer findet.

Der Weg entfernt sich langsam vom See und erreicht nach einer kleinen Steigung wieder die Landstraße. Bei den Gemeinmärkerhöfen (440 m) liegt der Wild- und Freizeitpark Bodanrück, nach den Höfen sehen wir links einen bronzezeitlichen Grabhügel (ca. 300 m abseits). Bei der nächsten Abzweigung biegen wir links ab und fahren durch den Wald, an der Stöckenmühle vorbei, nach Langenrain (530 m). In diesem Ortsteil von Allensbach treffen wir auf die stärker befahrene Landstraße von Konstanz über den Bodanrück. Auf dem parallel zur Straße verlaufenden Radweg fahren wir Richtung Konstanz.

Gleich nach dem Ort könnten wir die Fahrt unterbrechen, um beim Golfplatz Langenrain die Räder abzustellen und in die wildromantische Marienschlucht abzusteigen. Die in den Steilhang zum Überlinger See eingeschnittene, stellenweise nur wenige Meter breite Klamm ist mit stabilen Holztreppen erschlossen. Unten erwartet uns ein im Sommer angenehm schattiger Strand mit dem klaren Wasser des Überlinger Sees, der hier ebenso steil abfällt wie der Hang – und ein herrlicher Blick auf die gegenüberliegende Steiluferlandschaft bei Sipplingen. Einen landschaftlich auf eine andere Art beeindruckenden Abstecher kann man von Langenrain auch zum weiter nördlich, Richtung Bodman gelegenen Echotal machen.

Das frühere Bauerndorf Dettingen (470 m) ist inzwischen ein beliebter Vorort von Konstanz geworden. Der Bodensee-Radweg biegt schon beim Ortsanfang links ab Richtung Wallhausen, mit freier Sicht auf Überlingen fahren wir hinunter an den See, wo im Sommer ein reger Ferienbetrieb herrscht. Nach dem Wallhauser Yachthafen und dem Strandbad verlässt der Radweg die Landstraße und führt durch das Naturschutzgebiet Klausenhorn (Campingplatz und romantischer Naturbadestrand) nach Dingelsdorf. Hier besteht die Möglichkeit, mit dem stündlich verkehrenden Schiffchen nach Überlingen überzusetzen.

180 Jahre Familientradition in Konstanz-Dettingen auf dem Bodanrück!

Verbringen Sie Ihren Urlaub in unserem familiengeführten Landhotel Traube mit Grillstube TrubeStube sowie dem Landgasthof Kreuz, nur wenige Kilometer vom Bodensee entfernt...

Von Dingelsdorf fahren wir weiter auf dem Bodensee-Radweg nah am Ufer entlang, wieder durch ein Naturschutzgebiet, am Campingplatz Fließhorn und dem kleinen Strandbad vorbei nach Litzelstetten – immer mit schönen Ausblicken zum gegenüberliegenden Ufer mit der Birnau und Uhldingen. Seitdem die Landstraße zwischen Litzelstetten und Egg in den Wald verlegt worden ist, kann man ganz idyllisch die alte, vom Teer befreite Allee entlangradeln und kommt so zum neu gestalteten Eingangsbereich der Insel Mainau.

Die Blumeninsel Mainau ist zu jeder Jahreszeit eine Augenweide, selbst im Winter hat sie ihren Reiz. Während der Vegetationsperiode wechseln sich nacheinander die farbenprächtigen Blüten der Jahreszeiten ab: Tulpen, Rhododendren, Rosen, Astern – und im Gewächshaus die Orchideen. Im Sommer ist an schönen Tagen natürlich touristischer Massenbetrieb, aber dem kann man auch etwas entgehen, indem man die Insel möglichst früh oder spät besucht, und auch zu den Spitzenzeiten findet man zwischen und unter den großen Bäumen noch ruhige Ecken.

Auf dem gut beschilderten Radweg fahren wir weiter unterhalb der Universität vorbei ins Stadtzentrum von Konstanz zurück – oder durch Petershausen an der Bahnlinie entlang zum Bahnhof Reichenau.