Tour-Info
Route: 
Lindau, Hoyren, Schönau, Unterreitnau, Hörbolz, Wettis, Busenhaus, Degersee, Wolfratz, Muttelsee, Echetweiler, Götzenweiler, Oberwolfertsweiler, Wielandsweiler, Schleinsee, Nitzenweiler, Berg, Kressbronn, Tunau, Kressbronn, Nonnenhorn, Wasserburg, Reutenen, Bad Schachen, Lindau
Tourlänge: 
38 km
Ausgangspunkt: 
Lindauer Hafen. Parkplätze auf der Insel hinter dem Hauptbahnhof, bei der Inselhalle und auf dem Festland, direkt vor der Brücke zur Insel.
Tourcharakteristik: 
Auf ruhigen, geteerten Wegen durch die hügelige, seenreiche Landschaft im Hinterland, die den Bodensee mit dem Allgäu verbindet und herrliche Ausblicke beschert; ca. 160 m Steigung.
Tourklassifizierung
Schwierigkeit: 
1
Kindertauglichkeit: 
4
Attraktionen: 
4
Landschaft: 
5

Lindau im Bodensee (24 500 Einw., davon 3500 auf der Insel) ist nicht nur eine der südlichsten Städte Deutschlands, sondern auch die einzige, deren historischer Kern auf einer Insel liegt – genau genommen waren es sogar drei Inseln, die erst durch Aufschüttungen zu einer einzigen wurden. So nannte man früher die Ferieninsel Lindau auch „Schwäbisch-Venedig“.

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Ehe im 19. Jahrhundert am See entlang die Straßen- und Eisenbahnverbindung nach Bregenz geschaffen wurde, war Lindau nicht nur eine wichtige Handelsstadt, sondern auch ein bedeutender Hafen. Davon kündet heute noch der Mangturm, der alte Leuchtturm aus dem 13. Jahrhundert. Den besseren Überblick bietet der 33 Meter hohe Leuchtturm gegenüber, der zusammen mit dem sechs Meter hohen Lindauer Löwen die Hafeneinfahrt bewacht. Die bekannte Hafenanlage mit dem bayerischen Wappentier wurde 1856 vollendet, sie gilt als die schönste am See.

Auf Schritt und Tritt stößt man im mittelalterlichen Kern auf Zeichen des Wohlstands aus der Zeit, als die Freie Reichsstadt Lindau eine blühende Handelsstadt war. Ein Prunkstück ist das 1422 – 1436 erbaute gotische Rathaus, 1578 im Renaissancestil umgebaut. Es liegt etwas nach hinten versetzt an der breiten Maximilianstraße (heute Fußgängerzone) mit ihren eindrucksvollen Bürgerhäusern. Sonst sind die Gässchen meist schmal, die Häuser wirken dann besonders hoch.

Die um das Jahr 1000 erbaute Peterskirche (seit 1928 Kriegergedächtnisstätte) enthält einen Zyklus mit Fresken von Holbein d. Ä., übrigens die einzigen von ihm bekannten Wandmalereien. Direkt daneben steht der gegen 1370 als westlicher Punkt der alten Stadtummauerung entstandene mächtige runde Diebsturm.

Rund um den Marktplatz liegen die katholische Stiftskirche St. Marien, die evangelische Stephanskirche, das Heilig-Geist-Spital (eine der ältesten sozialen Einrichtungen im süddeutschen Raum) sowie das 1729/30 erbaute „Haus zum Cavazzen“ mit seiner reich bemalten Fassade. Heute beherbergt der imposante Barockbau mit dem großen Walmdach das städtische Museum, eine der umfangreichsten Sammlungen der Region (bürgerliche Wohnkultur von der Gotik bis zum Jugendstil, Grafiken, Gemälde, Plastiken, Handwerk). Im Rokoko-Zimmer hängt das Porträt der Fürstäbtissin Friederike von Bretzenheim, einer „natürlichen Tochter“ des bayerischen Kurfürsten Karl Theodor, das Horst Wolfram Geißler zu seinem heiter-schwermütigen Roman über den „lieben Augustin“ angeregt hat. Eine Besonderheit ist die Abteilung für mechanische Musikinstrumente (regelmäßige Führungen).

Vom Lindauer Hauptbahnhof (beim Hafen) radeln wir zur Post und rechts der Geleise auf dem Bahndamm zum Festland. Wir überqueren den Bahnübergang (drei Geleise) und fahren nun links der Bahn durch den Heckenweg bis zum Hotel am Holdereggenpark. Dort überqueren wir wieder die Bahnlinie, fahren kurz auf der Holdereggen-Straße und gleich links weiter durch die Heyderstraße. Wir überqueren die ­Wackerstraße und fahren das schmale Gässchen „am Torggel“ hinauf zur alten Bundesstraße 31 (Ampel), folgen ihr kurz nach links – in Richtung Friedrichshafen – und biegen gleich danach rechts in die Schöngartenstraße.

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Leicht ansteigend, kommen wir am Krankenhaus vorbei und schließlich durch freies Gelände direkt bis in den Lindauer Vorort Schönau, wo wir die breite Durchgangsstraße hinauffahren. Kurz nach der Bahnunterführung am Ortsende biegen wir links ab in Richtung Unterreitnau.

Zu beiden Seiten breitet sich eine liebliche Hügellandschaft aus. Einzelne Felder, weite Obstanlagen säumen den Weg, ab und zu ein kleines Waldstück. Wir fahren unter der neuen B 31 hindurch und zweigen beim sanft geschwungenen Dachsberg (500 m), einem der aus der Eiszeit stammenden Drumlins, links ab und fahren auf Unterreitnau zu; das gepflegte Dorf zeigt schon Anklänge ans Allgäu, wo uns statt der Obstbäume fast nur noch Wiesen umgeben.

In Unterreitnau (469 m) überqueren wir bei der Kirche die Straße nach Nonnenhorn und folgen zunächst der Straße nach Bechtersweiler. Bald nach dem Ortsende biegen wir am Waldrand rechts ab nach Hörbolz und dürfen uns nun über die angenehme Kühle in einem schattigen Wald freuen. In Hörbolz fahren wir am Wegweiser nach Kressbronn links und auf verkehrsarmer Straße weiter. Wir biegen rechts ab nach Wettis und fahren am Westufer des Degersees entlang (Naturschutzgebiet), bis an einem Waldrand recht unvermittelt rechts ein Sträßchen abzweigt, das über Busenhaus am Nordufer des Degersees zum „Degerseestüble“ führt. Wiesen und Obstbäume rücken nahe an die Ufer des kleinen Sees, der unter der Woche in stiller Anmut ruht, belebt durch ein paar Wasservögel, vielleicht durch einen Angler.

Falls uns nicht nach Baden zumute ist, fahren wir nach dem Degerseestüble gleich rechts weiter, bis wir nach etwa 300 m die größere Straße von Lindau herauf erreichen. Wir fahren nach links und nach einem knappen Kilometer beim Wegweiser nach Muttelsee rechts weg. Das Teersträßchen führt uns erst in die kleine Ortschaft Muttelsee und dann zum kleinsten See unserer Tour, dem malerischen Muttelsee (492 m), den wir nun fast ganz umrunden. Dazu biegen wir am Ostrand des Sees links ab nach Echetweiler, fahren dann durch die typische Drumlinlandschaft mit viel Weidebetrieb, aber auch Obst und etwas Hopfen am See entlang bis zum Wegkreuz, dort wieder links und durch Echetweiler, bis wir bei Götzenweiler wieder die L 331 erreichen.

Wir biegen rechts ein und fahren bei der ersten Abzweigung wieder links weg. Nach etwa 500 m treffen wir auf die Straße, die von Langnau – ­Hiltensweiler kommt (rechts sehen wir das Schulhaus von Hiltensweiler) und zum Schleinsee führt. Wir fahren hier links nach Oberwolfertsweiler und dort rechts weiter in Richtung Kressbronn bis Wielandsweiler, dem nördlichsten Punkt unserer Tour, und gleich weiter in südwestlicher Richtung in den kleinen Weiler Schleinsee am gleichnamigen See, wo eine kleine Barockkapelle von 1737 zum Besuch einlädt.

Von Schleinsee aus geht‘s ständig abwärts – an Wäldern, Hopfen- und Obstgärten vorbei, mit herrlichen Ausblicken auf den Bodensee – über Nitzenweiler (dem Radweg Donau-Bodensee folgend, rechts abbiegen) und Berg nach Kressbronn.

In Kressbronn führt uns die Kirchstraße bis zur Kirche und Kapelle in der Ortsmitte. Dort überqueren wir die Hauptstraße und fahren die Argenstraße hinab, über den Bahnübergang und die Straße weiter in Richtung Langenargen – nach den letzten Häusern läuft links der Straße ein Radweg. Gleich nach der großen Überführung, wo die Straße von Tettnang her einmündet, biegen wir links ab und kurz darauf wieder rechts nach Tunau, wo uns eine hübsche kleine Kapelle erwartet.

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Hinter der Tunauer Kapelle führt ein Wanderweg in Richtung Kressbronn, der beim Kressbronner Strandbad endet. Auf der Bodanstraße fahren wir an der Bodan-Werft vorbei und vor dem Seehotel erst kurz links zur Seestraße und gleich wieder rechts in die Nonnenhorner Straße in Richtung Nonnenhorn.

Im heutigen Kressbronn (8000 Einw.), das erst 1934 durch die Zusammenlegung der Gemeinden Hemigkofen und Nonnenbach entstanden ist, liegt seit 1919 die Wiege der meisten Bodenseeschiffe: Damals war die Bodanwerft die einzige Werft am Bodensee, die Stahlschiffe bauen konnte. Heute werden dort für die Zielmärkte Bodensee und Schweiz Stahl- und Aluminiumschiffe aller Leistungsklassen gebaut, vom Ölwehrboot bis zum Fahrgastschiff und zur Autofähre, aber auch Edelstahlbäder und andere Produkte aus Stahl, Edelstahl und Aluminium.

Vor der Weiterfahrt bietet sich noch ein Abstecher zum Museum im Schlössle an, dazu müssen wir nur ein Stück die Seestraße hinauffahren. Das Museum zeigt original- und detailgetreue historische Schiffsmodelle vom Bodenseelastschiff bis zur legendären „Bounty“, die der Kressbronner Künstler und Bootsbauer Ivan Trtanj in jahrzehntelanger Feinstarbeit geschaffen hat. In der benachbarten „Lände“ (Haus des Gastes und Galerie), dem ehemaligen Stall- und Gesindehaus des „Schlössles“, gibt es wechselnde Kunstausstellungen.

Weiter geht‘s nun immer am See entlang. Im nahen Nonnenhorn treffen wir in der Ortsmitte auf die spätgotische Kapelle St. Jakobus mit sehenswerten Plastiken. An der Gabelung fahren wir links, an der Weinstube „Fürst“ vorbei und gleich rechts zur Kapelle oder aber, den Schildern folgend, rechts runter zum Strandbad und von dort weiter. In dem alten Torkelgebäude an der Conrad-Forster-Straße bewundern wir den mächtigen „Weintorkel“, eine der ältesten und besterhaltenen Weinkeltern im Bodenseegebiet (Ende 16. Jh.). Der Weg führt nun weiter in Richtung Wasserburg.

Unterwegs verweilen wir beim „Malerwinkel“. Der Blick von dort zählt zu den meist fotografierten am Bodensee. Wie auf einer Insel liegen die wenigen Häuser des alten Wasserburg vor uns, von Bäumen umsäumt, überragt vom barocken Zwiebelturm der gotischen Fischerkirche St. Georg.

Früher war Wasserburg wirklich eine Insel, doch da 1720 den damaligen Besitzern, den Fuggern, das Geld zur fälligen Brückenreparatur fehlte, ließen sie kurzerhand einen Damm zum Festland aufschütten. Vorher war man um die Insellage froh gewesen: Die vom Wasser umgebene Schutzburg hatte in kriegerischen Zeiten als willkommener Zufluchtsort gedient.

Ein Abstecher auf die Halbinsel bringt uns zum ehemaligen Fuggerschloss, einst eine Wasserburg der Montforter, heute ein Hotel. Im ehemaligen Malhaus (= Gerichtshaus) von 1596/97 ist ein kleines Heimatmuseum untergebracht. Von den im Erdgeschoss eingebauten, noch sichtbaren „Hexenzellen“ sind zwei für die Besucher zugänglich. Die Dauerausstellung widmet sich den Schriftstellern Martin Walser (1927 in Wasserburg geb.) und Horst Wolfram Geißler (1893 – 1983; auf dem gegenüberliegenden Friedhof bei der St. Georg-Kirche begraben), dazu kommen eine hübsche kleine Sammlung zu Fischen und Vögeln am Bodensee sowie Wechselausstellungen.

Wir fahren in Wasserburg (3000 Einw.) in östlicher Richtung die Schulstraße hoch, biegen rechts in die Höhenstraße ein, vorbei an der Küferstube, und folgen wieder rechts der Reutener Straße. Immer parallel zum Seeufer gelangen wir über Reutenen nach Bad Schachen, das längst mit Lindau verwachsen ist.

Inmitten eines herrlichen Parks mit altem Baumbestand liegt dort dicht beim See (Wegweiser beachten) die klassizistische Lindenhofvilla (1842/45). Durch die hohen Bäume des Parks genießt man einen der schönsten Blicke auf Lindau, ebenso schön ist der Blick über den See hinweg auf die gegenüberliegenden Berge. Die Villa ist öffentlich zugänglich, denn seit 2001 beherbergt sie die „friedens räume“, das als interaktives Forum mit vielfältigen Impulsen konzipierte Friedensmuseum von „pax christi“.

Wir radeln vollends in Richtung Lindau weiter, bis wir auf den Fuß- und  Radweg zur Insel treffen. Über den Bahndamm geht es wieder zur Insel zurück.

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Wenn noch Zeit bleibt, können wir gemütlich durch die Gässchen der alten Reichsstadt Lindau bummeln, die seit 1976 als Ganzes unter Denkmalschutz steht.