Tour-Info
Route: 
Radolfzell, Singen, Hilzingen, Binningen, Weiterdingen, Duchtlingen, Singen, Radolfzell
Tourlänge: 
ca. 48 km
Ausgangspunkt: 
Bahnhof Radolfzell, Parkplätze in der Nähe
Tourcharakteristik: 
Ländliche Tour durch die Vulkanlandschaft des Hegau, mit Umrundung des Hohenstoffeln und Besuch der Burgen Hohenkrähen und Hohentwiel; leichte bis mittlere Steigungen auf kurzen Strecken, überwiegend auf Radwegen und kleinen Landstraßen.
Tourklassifizierung
Schwierigkeit: 
2
Kindertauglichkeit: 
4
Attraktionen: 
2
Landschaft: 
4

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Von Radolfzell fahren wir auf dem Radweg an der ehemaligen Bundesstraße entlang über Böhringen nach Singen (430 m). Diese Strecke kann auch durch eine Zugfahrt mit der Regionalbahn „Seehas“ ersetzt werden; die eigentliche Tour beginnt dann am Bahnhof Singen, einem wichtigen Knotenpunkt mit Verbindungen nach Zürich, Basel oder Stuttgart.

Die Kreuzung der Bahnlinien hat Singen (ca. 48 000 Einw.) vom früheren Bauerndorf zur Industriestadt gemacht, wobei die Verbindung nach Schaffhausen und Zürich besonders wichtig war. Die großen Industriebetriebe wie Maggi (Nestlé), Alusingen und Georg Fischer wurden von Schweizern gegründet und sind auch heute noch überwiegend in schweizerischem Besitz. Da Singen wenig historische Baudenkmäler besitzt, wird hier einerseits die Vor- und Frühgeschichte besonders hervorgehoben (Archäologisches Hegau-Museum im Schloss), andererseits die neuere Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts, die man auf dem Geschichtspfad verfolgen kann. Eine Stadt ist Singen erst seit 1899, und das Rathaus aus den 50er Jahren nimmt man trotz seiner Größe kaum wahr – aber in seinem Ratssaal besitzt es mit dem Wandgemälde „Krieg und Frieden“ von Otto Dix eines der größten Werke des Künstlers. Über den „Paradiesbaum“ des Bodmaner Künstlers Peter Lenk in der Fußgängerzone kann man dagegen diskutieren. Eine kulturelle Besonderheit ist das 1978 von Peter Simon gegründete Kleintheater „Die Färbe“, das anspruchsvolles Theater mit Berufsschauspielern bietet.

Nach der Scheffelhalle, einer Festhalle aus den 20er Jahren, überqueren wir die Aach auf der „teuersten Brücke Deutschlands“ (in der Inflationszeit 1923 für 1520 Billionen Reichsmark erbaut). Auf dem beschilderten Radweg fahren wir an der B 314 entlang am Südwestfuß des Hohentwiel in Richtung Hilzingen, überqueren die Autobahn und verlassen jetzt endlich die viel befahrenen Verkehrswege um Singen.

Hilzingen (7000 Einw.) ist ein bedeutender Ort der regionalen Geschichte, da hier 1524 der Bauernaufstand am Bodensee anfing, der aber nach einem Dreivierteljahr blutig niedergeschlagen wurde. An diese Ereignisse und spätere Zeiten erinnert das als „Bürger- und Bauernmuseum“ gegründete Museum im Schlosspark. Die barocke Pfarrkirche St. Peter und Paul (Peter Thumb, 1747-49) gilt als die schönste Dorfkirche im Hegau. Ein besonderer Termin, um sie zu besichtigen, ist das Erntedankfest im Oktober, wenn die Kirche mit einzigartigen Früchtemosaiken geschmückt wird, die dann eine Woche lang zu sehen sind.

Von Hilzingen fahren wir auf der kleinen Landstraße nach Riedheim (480 m). Von der Kreuzung am südlichen Ortsende geht es in einer fast geraden Linie durch das Dorf, an dem wuchtigen mittelalterlichen Wehrturm vorbei nach Binningen, aber die Straße steigt bis zum Weiler Hofwiesen um 60 Meter an. Die Alternative ist fast eben: jenseits der Bundesstraße etwa fünf Kilometer weiterfahren bis zu dem freigelegten und als Freilichtmuseum hergerichteten römischen Gutshof, der auch ein schöner Rastplatz ist, von dort ein Stück zurück und links nach Binningen (500 m). Dieser Ortsteil von Hilzingen liegt am westlichen Fuß des Hohenstoffeln, den wir zuerst direkt vor uns, dann zu unserer Rechten hatten.

Der Hohenstoffeln zeigt mit seinen zwei Gipfeln (844 und 832 m) immer wieder eine andere Silhouette, wobei er diese Form nicht seit dem Erkalten des Vulkankegels hat, sondern erst seit dem Anfang des 20. Jahrhunderts. Seit dem Mittelalter trug er auf seinen ursprünglich drei Gipfeln die drei Burgen Vorder-, Mittel- und Hinterstoffeln. Von Nordwesten her wurde ein Teil des Berges durch den Basaltabbau abgetragen, und erst der Schriftsteller Ludwig Finckh erreichte, dass dieser eingestellt und der Berg 1939 unter Naturschutz gestellt wurde. Wanderwege führen von allen Seiten hinauf, am kürzesten ist es von Weiterdingen.

Von Binningen fahren wir jetzt auf einer schmalen Straße am Nordwestfuß des Hohenstoffeln entlang zum Seeweilerhof am Rand des Naturschutzgebiets „Binninger See“. Wir setzen unsere Umrundung des Berges fort und erreichen Weiterdingen (540 m, ebenfalls ein Ortsteil von Hilzingen), wo die Wehrkirche (13./15. Jh.) und das Schloss (Ende 17. Jh.) zu sehen sind. Wir treffen auf die Landstraße von Engen nach Hilzingen, der wir etwa einen Kilometer weit folgen. Über Duchtlingen fahren wir nach Osten Richtung Singen und sehen dabei links den nächsten Hegau-Berg, den spitzen Hohenkrähen. Nach einer kurzen Steigung können wir beim Parkplatz (580 m) die Straße verlassen und uns ihm nähern – mit schöner Sicht über den Hegau Richtung Bodensee.

Der steile Phonolithkegel des Hohenkrähen (643 m) trägt eine der größten Burgruinen der Region (12. – 16. Jh.) und ist ein schöner Aussichtspunkt, auch für einen Blick zurück auf den Hohenstoffeln. Die Vorburg am Fuß der mittelalterlichen Burg wird seit 1956 als Herberge des Pfadfinderbundes Grauer Reiter genutzt.

Zurück auf der Straße, geht es flott abwärts durch den Wald, und plötzlich öffnet er sich und die ganze Ebene des Hegaus liegt ausgebreitet vor uns. Das am Hang gelegene Hegau-Haus bietet sich an für eine Panorama-Rast. Auf der Straße nach Süden, den Duchtlinger Berg hinunter fahren wir mit Blick auf den Hohentwiel Richtung Singen. Nach der Autobahn und kurz vor der Bahnlinie zweigt rechts die Straße zum Hohentwiel ab – reichlich steil, aber der Umweg ist die Mühe wert. Selbst wenn man von der Domäne Hohentwiel (520 m) nicht zu Fuß auf die Ruine steigt, gibt es von dort wieder eine schöne Abfahrt nach Singen.

Café-Hotel-Restaurant Hegauhaus auf der Südseite des Tannenbergs

Herzliche Gastlichkeit, ideenreiche Küche, überdachte Terrasse und viel Platz für Veranstaltungen in einzigartiger Lage mit Panoramablick zum Hohentwiel, über den Hegau bis hin zum Bodensee...

Der Hohentwiel (686 m), Hausberg der Stadt Singen, ist zwar einer der kleineren Hegau-Berge, aber wohl der bekannteste. Die Festungsruine auf dem höheren Teil des Berges war württembergische Landesfestung (16. – 18. Jh.), wurde 1800 von den Franzosen zerstört und ist heute die größte Burgruine Deutschlands. In einem Informationszentrum und auf dem Geschichtspfad kann man ihre Vergangenheit näher kennen lernen. Im Juli dient die Ruine als romantische Kulisse für das Hohentwiel-Festival.

Von Singen fahren wir zurück nach Radolfzell (wie Hinweg: über Böhringen oder mit dem „Seehas“), wer aber noch einen Hegau-Berg dazu haben will, kann Singen nördlich umgehen und noch nach Friedingen fahren und zum Friedinger Schlössle (540 m) hinaufsteigen, dann über Steißlingen zurück nach Radolfzell.