Tour-Info
Route: 
Stein am Rhein, Wagenhausen, Diessenhofen, Schaffhausen, Büsingen, Gailingen, Hemishofen, Stein am Rhein
Tourlänge: 
40 km
Ausgangspunkt: 
Bahnhof Stein am Rhein, Parkplätze
Tourcharakteristik: 
Beeindruckende Fahrt am Hochrhein entlang, durch drei Kantone und mit der Fahrt durch die deutsche Enklave Büsingen vier Mal über die Grenze; wenig Steigungen, überwiegend auf Radwegen und kleinen Landstraßen.
Tourklassifizierung
Schwierigkeit: 
2
Kindertauglichkeit: 
4
Attraktionen: 
3
Landschaft: 
4

Auf dem Hinweg nach Schaffhausen verläuft der gut beschilderte Radweg stellenweise am Rhein entlang, sonst aber in einiger Entfernung durch Felder und Wälder, meistens mit Sicht hinüber auf die andere Seite. Vom linksrheinischen Teil von Stein am Rhein, der zum Kanton Schaffhausen gehört, kommen wir gleich in den Kanton Thurgau nach Wagenhausen, wo direkt am Rhein die kleine romanische Kirche (1083 – 87) eines früheren Benediktinerklosters zu besichtigen ist. Wir fahren unter der alten Eisenbahnbrücke mit der daneben gebauten neueren Straßenbrücke hindurch und kommen über eine Anhöhe, von der man gut in das gegenüberliegende Biber-Tal sehen kann, nach Rheinklingen. Nach dem Ort wird das Tal enger, der Radweg führt an der Nationalstraße entlang, während auf der anderen Seite der Wald bis an den Fluss reicht. Nach dem historischen Gasthaus Schupfen (danach Bade- und Picknickplatz) geht es auf der Landstraße nach Diessenhofen.

Die alte Stadt Diessenhofen (3200 Einw.) bekam schon im 13. Jahrhundert eine Stadtmauer, von der große Teile erhalten sind. In der breiten Marktgasse stehen noch zahlreiche spätgotische Häuser, am westlichen Ende der Altstadt die mittelalterliche Burg Unterhof (12. – 18. Jh.), die heute der Winterthur Versicherung gehört. Die einzige Verbindung über den Rhein führt über eine gedeckte Holzbrücke (13. Jh., heutige Form von 1818).

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Westlich von Diessenhofen fahren wir an dem ehemaligen Dominikanerinnenkloster St. Katharinental entlang, das im 13. Jahrhundert gegründet und in der Barockzeit um- und ausgebaut wurde. Durch den Schaaren-Wald geht es zwei Kilometer lang auf ebener Strecke und fast gerade, aber die Strecke ist alles andere als langweilig.

Der Wald ist von den Bäumen und Sträuchern her sehr vielfältig, und mittendrin gibt es noch einen grenzgeschichtlichen Lehrpfad, der zu Grenzbefestigungen von den Römern über das Mittelalter, die Zeit Napoleons bis zum Zweiten Weltkrieg führt. Das dritte ehemalige Kloster auf unserer Strecke heißt Paradies und wird nach der Zeit der Klarissinnen (13. Jh. – 1837) heute als Ausbildungszentrum der Georg Fischer AG genutzt, die dort auch eine Fachbibliothek zur Geschichte der Eisenverarbeitung unterhält. Westlich des Klosters gibt es die Möglichkeit, sich mit einer kleinen Personenfähre auf die deutsche Seite übersetzen zu lassen.

Nach dem Paradies trifft der Radweg wieder auf die Nationalstraße und überquert mit ihr die Grenze zum Kanton Zürich, zu dem die südlichen Vororte von Schaffhausen gehören. Wir durchqueren die Gemeinde Feuerthalen und kommen unterhalb des Munot über die erste Rheinbrücke nach Schaffhausen.

Die Kantonshauptstadt Schaffhausen (35 000 Einw., mit Vororten über 50 000) verdankt sowohl ihre frühere Bedeutung als auch ihre heutige touristische Bekanntheit dem Rheinfall, obwohl dieser auf dem Gebiet der Nachbarstadt Neuhausen liegt. Weil hier die auf dem Fluss transportierten Waren für eine kurze Strecke auf Pferde und Wagen verladen werden mussten, wurde Schaffhausen schon im frühen Mittelalter ein wichtiger Handelsplatz. Noch aus der Frühzeit der Stadt stammt das innen karge romanische Münster (1087 – 1150), ursprünglich die Kirche des Benediktinerklosters zu Allerheiligen, in dessen Gebäuden das bedeutende Museum zu Allerheiligen (Vorgeschichte bis 20.Jh.) untergebracht ist. Das Stadtbild der etwa dreieckigen Altstadt ist von Bürgerhäusern mit vielen Erkern (14. – 16. Jh.) geprägt, und wer sich in die alte Zeit zurückversetzen lassen will, kann im Sommer nach Einbruch der Dunkelheit an einer Nachtwächter-Führung teilnehmen.

Der Rückweg von Schaffhausen ist noch leichter zu finden, da er auf dem nationalen Radwanderweg Nr. 2, der „Rhein-Route“ verläuft. Durch verschiedene Varianten kann er aber nach Norden erweitert werden. Wir verlassen Schaffhausen auf der Rheinhaldenstrasse und fahren flussaufwärts über die Grenze nach Büsingen.

Die deutsche Gemeinde Büsingen (ca. 1300 Einw.) ist eine staatspolitische Kuriosität: Politisch gehört sie zur BRD, sogar mit eigenem Autokennzeichen BÜS, aber wirtschaftlich zur Schweiz – hier gilt noch der Schweizer Franken. Die Kirche St. Michael ist fast genauso alt wie das Münster von Schaffhausen, und an der Straße nach Dörflingen ist auf einem Hügel noch die Bergkirche zu besichtigen, eine mittelalterliche Wehrkirche, in der im Sommer auch Konzerte veranstaltet werden.

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Die „Rhein-Route“ zweigt dagegen rechts von der Straße nach Gailingen ab und führt weiter am Rhein entlang und passiert zweimal die Grenze. Unterhalb des Ortes, der durch seine Rehabilitationskliniken bekannt ist, kommt sie am nördlichen Brückenkopf der Diessenhofener Brücke vorbei, die auch beim zweiten Mal ein schöner Ort ist, um durch das Dach geschützt in den Fluss hinunter zu schauen. Über den Weiler Obergailingen mit einer weiteren sehenswerten romanischen Kapelle verlassen wir dieses Stück Deutschland wieder und überqueren mitten im Wald die Grenze, bevor wir wieder ins Biber-Tal hinunterfahren, wo nach dem Flüsschen eine Badestelle am Rhein auf uns wartet. Über Hemishofen erreichen wir schließlich Stein am Rhein.

Alternative: Zwischen Büsingen und Hemishofen gibt es zwei Möglichkeiten, die Route abseits des Rheins zu verlängern: Die kürzere führt durch das Dorf Gailingen hindurch, wo man etwas außerhalb den idyllisch gelegenen jüdischen Friedhof besichtigen kann, der an die größte jüdische Gemeinde Badens erinnert. Auf der längeren Variante zweigt man vor der Bergkirche nach Dörflingen ab, durchquert den Wald und erreicht bei Randegg das Biber-Tal. Dabei kann man aus einem Brunnen an der Straße die Flaschen füllen mit dem Wasser aus der Ottilienquelle, der einzigen Mineralwasserquelle der Region. Über die sehr ländlich geprägten Dörfer Marbach (D) und Buch (CH) stößt man dann nach Ramsen auf die Radroute, die von Singen nach Stein am Rhein führt.