Tour-Info
Route: 
Radolfzell, Moos, Bankholzen, Weiler, Horn, Gaienhofen, Wangen, Öhningen, Stein am Rhein, Bohlingen, Radolfzell
Tourlänge: 
45 km
Ausgangspunkt: 
Bahnhof Radolfzell, Parkplätze in der Nähe
Tourcharakteristik: 
Die Tour umrundet den ganzen Schiener Berg, der sich dabei zwischen Höri und Biber-Tal von sehr unterschiedlichen Seiten zeigt; am Anfang leichte Steigungen auf kurzen Strecken, überwiegend auf kleinen Landstraßen und geteerten Feld- und Waldwegen.
Tourklassifizierung
Schwierigkeit: 
2
Kindertauglichkeit: 
4
Attraktionen: 
3
Landschaft: 
5

Die Stadt Radolfzell ist die größte Stadt am Untersee, der hier Zeller See heißt, und ein Verkehrsknotenpunkt für Bahn, Schiff und Bus. Das Münster erinnert an die drei „Hausheiligen“ der Stadt und ihre Geschichte als Freie Reichsstadt. Zu Ehren der Heiligen Senesius, Theopont und Zeno wird im Juli das Hausherren-Fest gefeiert, bei dem auch eine Wasser-Prozession mit kleinen Booten nach Moos stattfindet.

Die Halbinsel Mettnau ist im vorderen Teil der Ort der bekannten Mettnau-Kuren („Heilung durch Bewegung“), im östlichen ein bedeutendes Naturschutzgebiet, über das der Aussichtsturm einen schönen Blick bietet. Wegen des Sees und der Naturreservate haben sich hier (in der Stadt und in Möggingen) einige Umweltverbände angesiedelt, die mit dazu beigetragen haben, dass Radolfzell in den 90er Jahren den werbewirksamen Titel „Bundeshauptstadt für Natur- und Umweltschutz“ bekam.

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Von Radolfzell aus folgen wir den Schildern Richtung Moos und durchqueren nach dem Kreisel am westlichen Stadtrand das Aachried, wo ein erster Halt mit Blick nach links und rechts die Ruhe und Weite dieses Naturreservats zeigt. Moos ist das erste Dorf der Vorderen Höri, bekannt durch sein Gemüse, das auf den Märkten der umliegenden Städte verkauft wird. Beim Gasthaus Grüner Baum biegen wir rechts ab, um den Mooswald westlich zu umfahren. In dem schon recht ländlichen Ortsteil Bankholzen am Nordfuß des Schiener Bergs, von wo sportlich ambitionierte Radfahrer mal schnell die 250 Höhenmeter auf die Hochebene fahren können, folgen wir weiter den roten Schildern nach Osten. Von der kleinen Landstraße zweigt beim Friedhof eine noch schmalere ab, die über Bettnang und Weiler in das leicht ansteigende Mühlebach-Tal führt. Am Ende eines kurzen Waldstücks biegt die Straße rechts ab, wir aber links nach Horn. (Wer es eilig hat, kann rechts nach Gaienhofen abkürzen, aber die schönere Sicht bietet der Weg über Horn.) Die Straße führt über einen Höhenrücken mit Blick nach links auf den Bodanrück und rechts auf den Schweizer Seerücken. Das lässt sich noch zu einem richtigen Panorama steigern, wenn man gleich die Räder abstellt und auf den unterirdischen Wasserbehälter (470 m) steigt, wo eine Panoramatafel den wissbegierigen Radlern erklärt, was sie bis zum Horizont alles sehen können, über einer Ecke des Seerückens sogar den Tödi. Ein großer Picknickplatz lädt zu einer ersten Rast ein, in lauen Sommernächten auch zum abendlichen Gelage. Vom Wasserturm fahren wir geradeaus hinunter nach Horn.

Horn ist das am weitesten östlich liegende Dorf der Halbinsel Höri, und auch hier unten von der spätgotischen Kirche aus bietet sich ein Blick über den Untersee, der den Großherzog von Baden einmal so neidisch auf das Amt des Pfarrers werden ließ: „Wenn ich nicht schon Großherzog wäre, wollte ich Pfarrer von Horn sein ...“ Damals, bevor Dichter wie Hermann Hesse und Maler wie Otto Dix die Höri entdeckten, war sie noch ein nahezu unerschlossenes Paradies, das von den dort lebenden Bauern kultiviert wurde. Heute ist ein großer Teil der früheren Ackerflächen mit Villen und Zweitresidenzen zugebaut, aber das Gebiet ist auch schön touristisch erschlossen, mit Radwegen und Wanderpfaden.

An der Landstraße entlang geht es weiter mit Sicht über den Untersee hinweg auf Berlingen nach Gaienhofen, wo gleich am Ortsanfang das „Kultur- und Gästebüro“ jegliche Art von Informationen über die Höri und den ganzen Untersee bereithält, denn hier ist gleichzeitig die Geschäftsstelle des regionalen Verbands Untersee Tourismus.

Gaienhofen ist der Hauptort der östlichen Höri und bekannt durch die evangelische Internatsschule (links nach der modernen ev. Kirche), in der Kurve im Ort steht seit 1997 die „Dix-Kurve“, eine originelle Skulptur des Bodmaner Künstlers Peter Lenk. Vom Hafen gibt es eine Schiffsverbindung mit der Solarfähre nach Steckborn.

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»Der Feinschmecker« zählt uns zu den 250 besten Landgasthäusern Deutschlands und der »Gault Millau« bezeichnet uns als »schönstes Gasthaus der Halbinsel Höri«. Überzeugen Sie sich selbst...

Der Radweg erreicht den Ortsteil Hemmenhofen, wo das Otto-Dix-Haus mit Gemälden und Dokumenten aus seinem Leben zu besichtigen ist, nach dem Ort verläuft er links unterhalb der Landstraße. Nach dem Wald auf der rechten Seite der Straße sehen wir das Schloss Marbach, das seit den 80er Jahren mit einem postmodernen Anbau das Managerschulungszentrum der Firma Jacobs Suchard ist. Von dem dann bis Wangen auf einer leichten Anhöhe verlaufenden Radweg haben wir einen schönen Blick auf das westliche Ende des Untersees, der hier auch „Rheinsee“ heißt.

Wangen, das nächste Höri-Dorf, das schon zur Gemeinde Öhningen gehört, war früher eine bedeutende jüdische Gemeinde, von der heute nur noch die stattlichen Bürgerhäuser aus dem 19. Jahrhundert zu sehen sind. Das mit Holzstelen gestaltete Kriegerdenkmal in der Ortsmitte gegenüber der Kirche sagt den Vorbeifahrenden, die Menschen sollten für alle Zeiten die „Gewehre in Ruh!“ lassen. Dem kleinen Dorf Kattenhorn hat der Schriftsteller Werner Dürrson mit seinem Gedichtzyklus „Das Kattenhorner Schweigen“ ein literarisches „Denkmal“ gesetzt: Hier gönnen die Villen mit ihren großen Grundstücken den „Besitzlosen“ nur ein kleines Stück Ufer. In Kattenhorn verlässt der Radweg die Straße und führt uns geradeaus, durch das Naturschutzgebiet Bodenseeufer, über einen nur dem nicht-motorisierten Verkehr vorbehaltenen Grenzübergang nach Stein am Rhein. Wer es nicht allzu eilig hat, sollte aber auf der Höhe von Oberstaad nach Öhningen hinauffahren. Das ehemalige Augustiner-Chorherrenstift ist beeindruckend, und das Dorf ist ganz schön anzuschauen.

Ab dem Grenzübergang können wir uns an den vorbildlichen roten Radwegweisern orientieren, die uns den Weg und die Entfernung zum nächsten Ort anzeigen, links im letzten Ende des Sees ist die Insel Werd mit dem Kloster und der Othmarskapelle zu sehen. Stein am Rhein markiert mit der Brücke zwischen seinen beiden Stadtteilen die Grenze zwischen dem Bodensee und dem Hochrhein und ist auch der Ausgangspunkt für weitere Touren nach Westen und Süden.

Stein am Rhein (3500 Einw.) ist eine der schönsten mittelalterlichen Kleinstädte der Region, mit Stadtmauer und Bürgerhäusern. Die meisten Häuser sind aus dem 15./16. Jahrhundert, die pittoresken Fassadenmalereien aber sind größtenteils erst vor ungefähr hundert Jahren entstanden. Wenn an schönen Tagen die Gassen zu voll sind, findet man im ehemaligen Benediktinerkloster etwas Ruhe. Einen großartigen Blick über die Stadt und die Umgebung bringt der Aufstieg zur Burg Hohenklingen (590 m).

Nach Stein am Rhein verläuft der Radweg noch im Tal des Hochrheins, nach der doppelten Brücke (Bahn und Straße) führt er durch Hemishofen und biegt dann leicht nördlich in das weite Tal des Flüsschens Biber ein. Bei der Abzweigung nach Ramsen fahren wir weiter geradeaus und biegen beim Ortsteil Moskau (Biwakplatz russischer Truppen 1799/1800) rechts ab nach Wiesholz. Auf einer schmalen Straße passieren wir die Grenze (nur für Fußgänger und Radfahrer) und fahren am Nordfuß des Schiener Bergs entlang, am Hofgut Hittisheim vorbei nach Bohlingen, einem etwas abgelegenen Stadtteil von Singen. Von hier gibt es eine schöne autofreie Route durch die Ebene der Aach: Vor der Aach-Brücke biegen wir rechts in die Fabrikstraße ein und fahren dann am Ziegelhof und einer Bio-Gärtnerei vorbei durch das Moosfeld und erreichen beim Mooswald die Strecke, die wir am Anfang von Moos nach Bankholzen gefahren sind.

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Mit einer zweiten Durchquerung des Aachrieds kommen wir zurück nach Radolfzell.