Tour-Info
Route: 
Salem, Salem-Stefansfeld, Untersiggingen, Wittenhofen, Obersiggingen, Deggenhausen, Ellenfurt, Unterboshasel, Oberboshasel, Echbeck, Wintersulgen, Betenbrunn, Heiligenberg, Beuren, Weildorf, Salem
Tourlänge: 
45 km (Abstecher zum Höchsten ca. 12 km)
Ausgangspunkt: 
mit Parkmöglichkeit: Schloss Salem
Tourcharakteristik: 
Reizvolle Tour, die uns die vielfältigen Schönheiten des außerordentlich abwechslungsreichen Hinterlandes genießen lässt, allerdings etwas Schweiß als Tribut fordert. Höhenunterschied 300 m; die Straße im Deggenhauser Tal steigt stetig, aber sanft an.
Tourklassifizierung
Schwierigkeit: 
3
Kindertauglichkeit: 
3
Attraktionen: 
4
Landschaft: 
5

Kultureller Höhepunkt der Gemeinde Salem (11 200 Einw., 443 m) ist die ehemalige Zisterzienserabtei. Aus bescheidensten Anfängen entwickelte sich der 1134 gegründete „Ort des Friedens“ bereits in den ersten hundert Jahren zum wirtschaftlich bedeutenden und geistlich wie politisch hoch angesehenen Kloster und später zum bedeutendsten Zisterzienserkloster in Süddeutschland. Reichsabt Anselm II. z.B. war Berater von Maria Theresia von Österreich und richtete in Salem einen Witwen- und Waisenfonds ein, der zur ersten Sparkasse Deutschlands wurde.

Im Zuge der Säkularisation fiel 1804 die Klosteranlage an die Markgrafen von Baden: samt dem um 1300 erbauten hochgotischen Münster und den nach dem großen Brand von 1697 vom Vorarlberger Barockbaumeister Franz Beer erbauten Flügeln mit ihren prachtvollen Innenräumen, wo bedeutende Stuckateure und Bildhauer wie Feuchtmayer, Dirr und Schmuzer und Maler wie Andreas Brugger wirkten. 1920 errichtete Prinz Max von Baden, der letzte deutsche Reichskanzler, zusammen mit seinem Sekretär Kurt Hahn in der ehemaligen Reichsabtei die später weltberühmte Internatsschule Schloss Salem. Die Mittelstufe ist heute noch hier untergebracht.

Markgräflich Badischer Gasthof Schwanen

300 Jahre altes ehemaliges Postwirtshaus mit Hotel, Restaurant, Klosterschenke, Weinstube »Zum Alten Gefängnis« und Museumscafé direkt an den Schloßanlagen Salems gelegen...

Beim Wiederaufbau vor rund dreihundert Jahren wurden Brandschutzmaßnahmen getroffen, die noch immer als vorbildlich gelten. Das Feuerwehrmuseum Salem, das über die Grenzen Deutschlands hinaus zu den bedeutendsten seiner Art zählt, würdigt diese Leistung der Zisterzienser. Anschaulich erzählt es die Geschichte des Brandschutzes und der Feuerwehr im Dienst am Nächsten.

Die 17 ha große Schlossanlage mit Kunst und Architektur aus 700 Jahren wurde vorbildlich restauriert. Der Eintritt berechtigt zum Besuch des Schlossparks, des Feuerwehrmuseums, des Brennerei- und Küfereimuseums und der historischen Schmiede sowie der Ausstellungen im Marstall, im Prälaturkeller und im Neuen Museum.

Bei der eineinhalbstündigen kunsthistorischen Führung werden u.a. das gotische Münster mit seiner nachträglich eingefügten klassizistischen Alabasterausstattung, der Bernhardusgang, das Sommerrefektorium, die Bibliothek, der Kaisersaal und das Arbeitszimmer des Abtes Anselm II., ein Kleinod des Rokoko und einer der Höhepunkte europäischer Innenarchitektur, gezeigt. Daneben gibt es eine einstündige „kleine Führung“ durch Kirche und Kloster.

Von Schloss Salem fahren wir ostwärts (rechts) nach Salem-Stefansfeld. Am Kreisverkehr folgen wir der Richtung Heiligenberg und fahren nach etwa 100 m geradeaus weiter auf die L204 in Richtung Deggenhausertal. Wir kommen zunächst durch Wald und dann – geruhsam der Deggenhauser Aach folgend – durch eine abwechslungsreiche Landschaft nach Untersiggingen. In Wittenhofen beginnt das reizvolle Deggenhauser Tal. Wir orientieren uns hier am Wegweiser nach Pfullendorf. Bald nach Obersiggingen erreichen wir Deggenhausen.

Der Hauptort des Tales liegt hübsch am munter dahinplätschernden Bach. Langsam spüren wir die leichte, aber stetige Steigung. Zu beiden Seiten des weiten, wiesenreichen Tales erheben sich die Höhen des Linzgaus. Zur Rechten, immer wieder verdeckt, der Höchsten, mit seinen 838 m der höchste Punkt der Gegend.

Wir folgen von Deggenhausen aus weiter dem Lauf der Deggenhauser Aach, vorbei an Ellenfurt (hier endet der Radweg), Unterboshasel und Oberboshasel, bis nach Echbeck.

Erweiterung: Für sportliche Radfahrer gibt es rund um den Höchsten verlockende Strecken mit Steigungen bis zu 16 Prozent. Der angenehmste und zugleich landschaftlich besonders schöne Weg zum Höchsten führt von Echbeck in Richtung Illmensee. Man biegt beim Wegweiser zum Höchsten rechts ab und fährt über Krumbach und Lichtenegg hinauf, wo sich in der Nähe des Fernsehturms eine Aussichtsplattform befindet. Über Illwangen geht es dann zügig hinab zum Illmensee (693 m hoch, Badebetrieb) und der gleichnamigen Ortschaft und zurück nach Echbeck.

Landgasthof zur Post: Ruhige idyllische Lage im Wallfahrtsort Betenbrunn

Umrahmt von Wiesen und Wäldern finden Sie hier das passende Ambiente, um ein paar Tage zu relaxen. Unsere Küche verwöhnt Sie mit schwäbischen und badischen Spezialitäten...

Falls wir nicht den Abstecher zum Höchsten wagen, biegen wir hier am Ende des Deggenhauser Tales nach links in die L 201, die direkt nach Heiligenberg führt. Wir fahren aber noch eine Schleife über das reizvolle weite Hochplateau. Dazu biegen wir bald hinter Echbeck links ab nach Wintersulgen (749 m). Nach kurzer Steigung durch den Wald erreichen wir den sonnigen Ort und folgen dem Wegweiser nach Heiligenberg. Zu beiden Seiten der Straße begleiten uns üppige Wiesen. Links vor uns liegt das kleine Betenbrunn.

Die dortige Pfarr- und Wallfahrtskirche Mariä Geburt, Teil der oberschwäbischen Barockstraße, geht auf ein Franziskanerkloster zurück, das hier von 1373 bis 1388 existierte. Das Gnadenbild in der Kapelle wurde um 1592 geschaffen, besonders kostbar sind auch die eingelassenen Grabdenkmäler. 1977 wurde das gesamte Ensemble von Kirche, malerischen ehemaligen Kanonikerhäusern und Landgasthof „Zur Post“, dessen Mauern noch Reste des mittelalterlichen Franziskanerklosters aufweisen, unter Denkmalschutz gestellt.

Am Ortsende von Betenbrunn treffen wir wieder auf die Kreisstraße und erreichen in leichter Steigung im Wald den Nordgrat des Heiligenbergs. Links öffnet sich der Blick ins Salemer Tal und zum Bodensee. Nach dem Wald liegt der Luftkurort Heiligenberg vor uns.

Rechts führt ein geteerter Spazierweg zur Amalienhöhe (780 m) mit ihrer markanten Baumgruppe. Nach kurzem Anstieg erwartet uns freie Sicht nach allen Richtungen. Über dem Bodensee erhebt sich stolz die Alpenkette von den Allgäuer Alpen bis zu den fernen Viertausendern im Berner Oberland, östlich liegt der Höchsten vor uns, nach Westen sieht man über das Hügelland zu den Hegaubergen, während man im Norden die langen Rücken der Schwäbischen Alb ahnen kann.

Heiligenberg (3000 Einw., 726 m) ist ein geruhsamer Ferienort mit vielen Wandermöglichkeiten und einem Schloss, für das Kunstfreunde weite Umwege auf sich nehmen. Fast dreihundert Meter hoch erhebt es sich auf vorgeschobenem Moränenhügel über dem Linzgau. Trutzig wirkt es von der Weite, doch im Innern birgt es einen der schönsten Renaissance-Säle nördlich der Alpen.

Ein Graf von Fürstenberg ließ die spätmittelalterliche Burg in den Jahren 1560-75 zu einem Renaissanceschloss umgestalten. Prunkstück der Anlage ist der 36 m lange, 11 m breite und über 6 m hohe Rittersaal im Südflügel, ein lichtdurchfluteter Raum mit einer überwältigenden Aussicht. Besonders kostbar ist seine frei hängend am Dachstuhl angebrachte Kassettendecke aus Lindenholz mit über 1200 bemalten Figuren, Köpfen, Masken und Girlanden aus verschiedenen Hölzern, ein Preisgesang auf die Freuden des Familienlebens wie der Tafel. Nicht minder sehenswert ist die sich über drei Stockwerke des Westflügels erstreckende Schlosskapelle: Zweihundert geschnitzte und leuchtend farbig bemalte Engelfiguren von Hans Dürner fügen sich hier zu einem himmlischen Orchester.

Im Rahmen einer kunsthistorischen Führung (ca. 75 min.) können u. a. der berühmte Rittersaal und die Schlosskapelle besichtigt werden.

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Wir verlassen Heiligenberg in Richtung Überlingen. Die Straße führt in mehreren Serpentinen rasch abwärts, zuerst noch durch einen Wald, dann mit freiem Blick auf den weiten Linzgau. Direkt hinter einer scharfen Rechtskurve biegen wir links ab nach Beuren. Moderne Siedlungen säumen den Weg, bis wir den Ortskern mit einigen schönen ursprünglichen Fachwerkhäusern erreichen. Auf ruhiger Landstraße gelangen wir nach etwa drei Kilometern nach Weildorf (ebenfalls schöne Fachwerkhäuser). Hier treffen wir wieder auf die direkte Straße von Heiligenberg nach Salem. Wir biegen links ein und fahren auf dem Radweg in kurzer Zeit nach Salem-Stefansfeld und zurück zur Klosteranlage Salem.