Tour-Info
Route: 
Vom Seeufer beim Sipplinger Bahnhof entlang des geologischen Lehrpfads hinauf zum Haldenhof und auf den Sipplinger Berg. Als Rundweg zurück zum See.
Tourlänge: 
4 km, ca. 260 Meter Anstieg, 2 Stunden
Ausgangspunkt: 
Bahnhof Sipplingen
Tourcharakteristik: 
Die Zeitreise auf dem Geologischen Lehrpfad führt nebenbei zu atemberaubenden Aussichten, Haifischzähne zeugen von alten Urmeeren. Nicht nur für passionierte Hobby-Geologen ist diese Tour hinauf zum Aussichtspunkt Haldenhof ein Genuss. Der Weg ist teilweise recht steil und kann nach Regen auch an vielen Stellen rutschig sein. Doch die didaktisch und optisch gut aufbereiteten Informationstafeln sprechen jeden interessierten Wanderer an und geben Gelegenheit zu Pausen. Auf der Terrasse hoch über Sipplingen werden Erfrischung oder Stärkung mit einem der schönsten Panoramablicke auf See und Alpen angereichert.
Tourklassifizierung
Schwierigkeit: 
3
Kindertauglichkeit: 
2
Attraktionen: 
5
Landschaft: 
5

Wir starten beim Sipplinger Bahnhof direkt am Seeufer. Hier hält die Regionalbahn, hier führt der Bodenseeradweg unmittelbar vorbei. Auch Autofahrer sind mit dem großen Parkplatz auf der sicheren Seite. Tafel 1 neben dem Bahnhof gibt eine Einführung in das Thema.

Hier folgt ein Tipp!

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Durch den Ort über die Straße „Breitenweingarten“ (der »Haldenhof« ist ausgeschildert, der Lehrpfad mit Symbolen markiert) dauert es etwa fünf Minuten hinauf bis zum Waldrand und zum Weg »Im Würchental«. Hier biegen wir ab ins Gelände und lesen auf Tafel 2 über die Kollision der Kontinentalschollen und lernen wenig später die Molasse als verdichtete Ablagerungen kennen, die vom Gletscher hierher transportiert und übereinander geschichtet wurden (Tafel 3).

Der Pfad quert das ansteigende Talende zwischen Obstbäumen nach Nordwesten und führt dort bald relativ steil hinauf. Zuvor werden die Wanderer an die Krokodile erinnert, die sich hier vor mehr als 20 Millionen Jahren im Süßwasser tummelten. Nur einige Höhenmeter über dieser »Unteren Süßwassermolasse« (USM) wandern wir in eine neue geologische Epoche, in der das Urmeer wieder mit Salzwasser in den Bodenseeraum vordrang. Mit etwas Glück lassen sich in dieser »Oberen Meeresmolasse« (OMM) noch heute Haifischzähne entdecken (Tafel 5).

Unter einer Felsnase passieren wir kurz vor dem ersten Aussichtspunkt die Überreste der Burgruine Hohenfels (gebaut zwischen 1150 und 1190). Auf der Tafel begegnen uns der einstige Minnesänger Burkhart von Hohenfels und Beispiele seiner Poesie sowie die Sage vom Edelfräulein Hildegard. Zwischen den Bäumen leuchten auf dem Boden im Frühjahr die blauen Blüten des Immergrüns (Vinca minor). Es gilt bis heute als botanischer Indikator dafür, dass im Umfeld einmal menschliche Siedlungen existiert haben.

Nur noch wenige Meter sind es nun bis zum Höhengasthof Haldenhof, dessen Terrasse von der exklusiven Aussichtslage lebt. Hier lässt sich nach dem Anstieg entspannt durchatmen und eine Tasse Kaffee mit Kuchen ebenso genießen wie ein zünftiges Vesper oder ein richtiges Mahl. Neben der riesigen Burkhartslinde, einem mächtige Naturdenkmal, erinnert eine weitere, alte Informationstafel an den Überlinger Geologen Heinrich Haus, der den Lehrpfad vor einigen Jahrzehnten begründet hatte.

Vor oder nach der Pause am Haldenhof bietet sich eine weitere Runde an, die über einen Waldweg und einen schmalen Hohlweg hinauf zum nächsten Aussichtspunkt Steinbalmen führt. Hier finden sich unter anderem die jüngeren Relikte der eiszeitlichen Gletscher, die erst vor gut 10.000 Jahren verschwanden und das Becken des Bodensees zurück ließen.

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Über den Haldenhof gelangen wir binnen knapp 30 Minuten wieder an den Ausgangspunkt zurück. An der Wegkreuzung bei den Resten der Burgruine Hohenfels führt der Geologische Lehrpfad zunächst nach links und über einige Serpentinen hinaus aus dem Wald. Eine letzte Tafel erläutert die Landschaftsgeschichte Sipplingens, ehe der Weg zwischen Obstbäumen und Kleingärten hindurch zum Ort zurückführt. Wer seine Stärkung erst jetzt direkt am Wasser zu sich nehmen will, ist nahe der Schiffsanlegestelle östlich des Bahnhofs auf der Terrasse des Gasthauses »Riva« mit italienischer Speisekarte oder jenseits des Naturstrandbads am Ende der Radlerbrücke im »Seehaus« bestens versorgt. Hier lässt sich auch die geologischen Zeitreise noch einmal gut verdauen.