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Meersburg: Oben die Burg, unten das Meer

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Mit seinen Fachwerkfassaden und verwinkelten Gassen zählt Meersburg zweifellos zu den malerischsten Städten und zu den Magneten am See. Die markante Merowinger-Burg hoch über dem See beherrscht das Bild aus fast allen Perspektiven und lässt schnell die Romantik der Ritterzeit aufkeimen.

Doch hier lebte auch die Lyrikerin Annette von Droste-Hülshoff (1797-1848), die hinter den dicken Mauern und in ihrem Fürstenhäuschen zwischen den Reben manch berühmtes Gedicht verfasste. Mitten in den Weinbergen wirft das kleine „Droste-Museum“ ein ganz persönliches Licht auf die Schriftstellerin.

Den Konstanzer Fürstbischöfen verdankt Meersburg die Residenz des Neuen Schlosses mit seiner barocken Pracht und einer traumhaften Aussichtsterrasse. Das Treppenhaus plante Balthasar Neumann, von Giuseppe Appiani stammt ein faszinierendes Deckenfresko. Im funkelnden Spiegelsaal sind regelmäßig anspruchsvolle klassische Konzerte zu hören. Auch international gefragt ist das Jugendblasorchester der „Knabenmusik“ in seinen historischen Trachten. Heute befinden sich im Neuen Schloss auch die Städtische Galerie und das Dornier-Museum, das ein Stück spannende Luftfahrtgeschichte nachzeichnet.

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Die Bibelgalerie im ehemaligen Dominikanerinnen-Kloster stellt in einer Erlebnisausstellung die Entstehung der Heiligen Schrift und ihre Wirkung auf Kirche und Kunst dar. Das Stadtmuseum im gleichen Gebäude beleuchtet die regionale Geschichte. Im „Klosterkeller“ finden kulturelle Veranstaltungen in einem besonderen Ambiente statt: Konzerte und Kabarett, Kleinkunst und Vorträge. „Meersburg Tourismus” bietet im Erdgeschoss Informationen und Orientierung für Gäste.

Das romantische Städtchen hat zwei Gesichter: Hier die über dem Steil­abhang erbaute Oberstadt, die sich um Burg und Schloss drängt; nur die steile Steigstraße als belebte Hauptachse oder enge Treppenwege stellen die direkte Verbindung zur Unterstadt mit ihrer sonnigen Uferpromenade und südländischem Flair her. Unter Schatten spendenden Platanen lassen sich in einem Café oder Restaurant See und Alpenblick genießen, während die Schiffe der „Weißen Flotte” in den Hafen einlaufen. Besonders reizvoll ist der Weg über die Stufen der Burgweganlage vorbei an Bärenbrunnen und Schlossmühle und unter der ehemaligen Zugbrücke hindurch hinunter zur Promenade. Abkühlung verspricht das gepflegte Freibad im Osten der Stadt mit seinem direkten Seezugang, bei schlechtem Wetter lockt die angrenzende Meersburg Therme.

Foto: Hotel Wilder Mann – Meersburg

Wein begegnet einem in der Burgenstadt auf Schritt und Tritt. Wer sich mit Fähre oder Ausflugsschiff vom See her nähert, der sieht das Städtchen eingebettet in die Rebhänge des Sonnenufers, der wird staunen über die steilen Lagen des Rieschen unterhalb des Schlosses, wo die besten Gewächse des Staatsweinguts noch ganz von Hand gepflegt und geerntet werden müssen. Hoch oben liegt die gemütliche Gutsschenke, unter der sich der ganze See ausbreitet, in der Vorburggasse zeigt das Weinbaumuseum das 50.000 Liter fassende „Türkenfass” und den ältesten Torkel am See. Immer einen Spaziergang wert ist der „Weinkundeweg”, der durch die Reben nach Hagnau führt und auf Tafeln über die wichtigsten Aspekte des Weinbaus informiert. Ein lauschiges Plätzchen direkt am See ist die „Haltnau”, die aus historischen Gründen zum Spitalweingut Konstanz gehört.

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Gehuldigt wird dem Rebensaft beim „Winzerfest” im Juli in der Unterstadt oder beim großen „Bodensee-Weinfest” Anfang September auf dem Schlossplatz. Das architektonisch ansprechende „Wein und Kultur Zentrum” des Winzervereins empfängt den Autofahrer, der von der Bundesstraße kommt, gleichsam als Tor zur Stadt. Ein I-Punkt des „Meersburg Tourismus” bietet hier bei Bedarf auch erste Orientierung. (hpw)

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