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Kronenbrauerei Tettnang - eine Brauereiführung
„Bei uns wird jede Flasche mit Handschlag verabschiedet", sagt Braumeister Fritz Tauscher sen. schmunzelnd nach der einstündigen Brauereiführung. Mit einer Jahresproduktion von 6000 hl ist die in 7. Generation von der Familie Tauscher geführte Kronen-Brauerei in Tettnang recht übersichtlich.
Mit dem Handschlag ist das Verschließen der nostalgischen Bügelflaschen gemeint, die schon rein äußerlich das naturtrübe Tettnanger Keller-Pils, das erste Bio-Bier aus der Bodenseeregion, von den traditionellen Biersorten abheben. Experten haben dieses Tettnanger Keller-Pils mit einem Stammwürzegehalt von 11,8 Prozent unter die Top 10 der besten Biere der Welt gewählt.
Wer genauer hinter die Geheimnisse des Bierbrauens kommen will, kann an einer Führung durch die Kronen-Brauerei teilnehmen und den Weg von Hopfen und Malz von der Sudpfanne bis zur Flaschenabfüllanlage erfahren. Im Maschinenhaus empfängt Braumeister Fritz Tauscher senior oder junior seine Gäste. Nach einem kurzen Exkurs in die Geschichte – „Würzstoffe für das Bier waren früher alles Mögliche vom Bilsenkraut bis zur Glockenblume" – kommt er auf das deutsche Reinheitsgebot zu sprechen, das bis heute die alleinige Verwendung von Hopfen, Hefe, Malz und Wasser vorschreibt und der Kreativität der deutschen Brauer Grenzen setzt.
Ehrensache, dass in Tettnang der hier angebaute Tettnanger Aromahopfen verwendet wird, und zwar die getrockneten Dolden, deren gelbes Harz, das Lupulin, die herbe Würze bringt. Fabrikbrauereien würden zu Pellets aus gemahlenen und getrockneten Dolden greifen oder zum zähen Hopfenextrakt, wobei der Biertrinker erst Unterschiede bemerken würde, wenn viele solcher Sparmaßnahmen zusammenkommen. Fritz Tauscher zeigt auf die Sudpfanne, in der erst Wasser und grob gemahlenes Gerstenmalz zu einem dickflüssigen Brei, der Maische, zusammen"gebraut" werden. Haben die Enzyme die Stärke aus dem Malz zu Zucker abgebaut, kommt die Maische in den „Läuterbottich". Die filtrierte Flüssigkeit wandert zurück in einen Braukessel, die „Würzepfanne", wird wieder gekocht und durch Zugabe von Hopfen gewürzt, das dauert 7 bis 8 Stunden. Die mit Hopfen gewürzte Zuckerlösung wandert in den Gärkeller, wo im offenen Bottich die Hefe zugegeben wird, die nun den Zucker in Alkohol und Kohlensäure umwandelt. Ein Prozess, der durch die entsprechende Temperatur von 6 bis 7 °C angeschoben und durch Abkühlen bis zu 1 °C wieder abgebremst wird. Rund zwölf Wochen muss die Hefe arbeiten, nach der ersten Woche geht die Gärung im geschlossenen Fass weiter.

Tauscher führt die Gruppe in den ca. null Grad kalten Lagerkeller, wo lange Reihen von Fässern stehen. Er dreht am „Zwickelhahn" eines Fasses und füllt jedem Teilnehmer schäumendes „Zwickelbier" in sein Glas - junges Bier, das noch nachgärt und daher noch seine Flasche sprengen würde. Erst das fertige Bier kommt, nachdem die Resthefe rausgefiltert ist, zur Flaschenabfüllanlage, wo der sehr kurzweilige Rundgang endet.
Neben den vier klassischen Sorten Export, Pils, Hefeweizen und Bio-Kellerpils braut die Kronen-Brauerei zu bestimmten Zeiten auch Sonderbiere wie den hellen und dunklen Coronator-Doppelbock – im angeschlossenen Brauereigasthof sind alle zu verkosten.
Führungen sind jederzeit nach Absprache ab 8 Personen möglich, auch abends und am Wochenende.
Weitere Informationen / Kontaktdaten Kronenbrauerei Tettnang
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