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Herrliche Wanderungen am Südufer des Bodensees
Welchen Wanderer hat nicht beim Blick vom Pfänderrücken oder vom Hochälpele auf den in gleißendem Sonnenlicht liegenden Bodensee der Wunsch gepackt, auf einem der weit in den See reichenden Rheindämme hinauszuspazieren.
Man fahre nach Fussach, parke am Ortsende beim Sportplatz und starte zu einer etwa dreistündigen Wanderung auf völlig ebenem Gelände. Und irgendwann steht man weit draußen im See, Lindau und Wasserburg fast zum Greifen nahe.
Das ist einer von fünfzig Wandervorschlägen in dem soeben erschienenen Band „Bodensee Süd“ der Rother Wanderführer von Herbert Mayr. Der Band setzt den Band „Bodensee Nord“ und den im Frühjahr in Neuauflage erschienenen Band „Bodensee - Rätikon“ fort.
Herbert Mayr, gelernter Vermessungsingenieur und seit vielen Jahren freier Buch- und Zeitschriftenautor aus dem Ostallgäu, kennt die Gegend um den Bodensee sehr gut und muss sich bei der Auswahl der Touren beschränken. So vermisst man in dem neuen Führer beispielsweise die wunderschöne Aussichtstour von Stein am Rhein auf die Burg Hohenklingen (enthalten im neu aufgelegten Kompass-Wanderführer „Bodensee und Umgebung“).
Fünfzig Touren vom Rheinfall bis zum Freschen in Vorarlberg werden auf je einer Doppelseite vorgestellt. Die Einleitung hebt das Besondere einer Tour hervor, Symbole zeigen, ob der Ausgangspunkt mit dem Bus erreichbar ist. In Stichpunkten werden übersichtlich Ausgangspunkt, Höhenunterschiede, Anforderungen und Einkehrmöglichkeiten genannt. Die Route selbst wird rot in einem leider überfrachteten Kartenausschnitt dargestellt. Aber man sollte auch im Zeitalter von Navigationsgeräten immer eine Landkarte dabeihaben. Auf der zweiten Seite folgt eine knappe Tourenbeschreibung mit Foto und Höhenprofil.
Im Eingangskapitel erläutert der Autor seine Einteilung in leicht, mittelschwer und schwierig. Schwierig ist in diesem Band nur die Überschreitung des Freschen. Sie verlangt nicht nur Trittsicherheit, sondern auch Schwindelfreiheit und erfordert acht Stunden.
Selbst dem Kenner der Region bietet der Führer Neues, etwa den Weg über den höchsten Fußgängersteg Europas zwischen St. Gallen und Stein. Altbekanntes wie der Hohe Kasten darf als Aussichtspunkt ersten Ranges nicht fehlen. Wer es gemütlicher mag und Kultur dazu, der kann von Berlingen über Schloss Salenstein zu Schloss Arenenberg wandern (herrliches Napoleon-Museum). Einen Nachteil aber haben viele Touren jenseits des Sees: Der Blick ist nicht so spannend wie vom deutschen Ufer.
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